Der zwölfjährige Zacharias sieht aus wie 10 und ist Diabetiker, aus seiner Sicht erfahren wir die erzählte Geschichte. In der Startsequenz beobachtet Zacharias, wie seine Nachbarin sich aus dem siebten Stock stürzt. Als sie auf den Boden aufschlägt, breitet er seinen Anorak über sie. In der Nachbarschaft sind drei junge Frauen ermordet worden, wer ist der Täter?
Kurz darauf zieht ein Motorradfahrer in die Wohnung neben Zacharias und seiner Mutter ein, der kleine Junge beobachtet, wie der neue Nachbar sich auf die gegenüberliegende Seite schleicht, um dort die Wohnungen auszuspionieren. Bei Zacharias wachsen Zweifel, während sich seine Mutter immer mehr zu dem neuen Nachbarn - Jacob - hingezogen fühlt.
Bei einem Motorradunfall bricht sich Jacob den Hals und muss fortan gepflegt werden. Stundenweise übernimmt Zacharias' Mutter diese Aufgabe. Doch Zacharias schmiedet einen ganz eigenen Plan, nach einem provozierten Ohnmachtsanfall in der Schule beginnt er, seiner Mutter bei der Pflege des Nachbarn behilflich zu sein. Bald hat sie genug Vertrauen in ihren Sohn, dass sie sich zum Schlafen zurückzieht und Zacharias die Pflege überlässt. Nun kann Zacharias mit seinem Plan weitermachen, er beginnt kleine Psychospielchen und verhört den Nachbarn, um dem Mörder auf die Spur zu kommen....
"Zacharias" ist ein sehr ungewöhnlicher Roman, er ist aus der Sicht des kleinen Jungen geschrieben und fällt zunächst durch seine hektische Sprache auf. Meist reihen sich viele kurze Hauptsätze aneinander und stören etwas den Lesefluss, doch passt dies durchaus in das Gesamtkonzept des Buches.
Trotz der Kürze des Buches (200 Seiten) braucht die Geschichte lange, um an Fahrt zu gewinnen, mehr als 100 Seiten bestehen lediglich in einer Art Vorgeplänkel, die Verhöre und die Suche nach dem Mörder beginnen erst spät, doch dann tauchen auch Spannung und Nervenkitzel auf. Am Ende überrascht uns der Autor schließlich mit einem Ende, das sich gewaschen hat. Dadurch gewinnt das Buch deutlich an Pluspunkten und wird zu einem empfehlenswerten Buch, wenn man sich denn auf die gewöhnungsbedürftige Sprache einlässt und keinen herkömmlichen (Psycho-)Thriller erwartet.