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Zabibah und der König
 
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Zabibah und der König [Gebundene Ausgabe]

Saddam Hussein , Saddam Hussein , Doris Kilias
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Tbv; Auflage: 1 (2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3936440565
  • ISBN-13: 978-3936440560
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 591.643 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Romanze mit dem Volkskörper Saddam Hussein als Belletrist Es ist seit längerem bekannt, dass Saddam Hussein nicht nur auf seine eigene Art Kulturförderung betrieb – erlaubt war und bezahlt wurde, was den Diktator glorifizierte –, sondern dass er auch selbst als Schriftsteller an die Öffentlichkeit trat. Sein erster Roman, «Zabibah und der König», liegt nun auf Deutsch vor. Es gibt Bücher, die man bis zur Erschöpfung liest, weil man sich nicht von ihnen losreissen kann; und es gibt Bücher, die man bis zur Erschöpfung liest, um sie bloss rasch hinter sich zu haben. Den Saddam Hussein zugeschriebenen Roman «Zabibah und der König» möchten wir entschieden der zweiten Gattung zuordnen, auch wenn der Klappentext einen «führenden CIA-Beamten» zitiert, der dem Buch Raffinement, Intelligenz und Bannkraft zugebilligt haben soll. Im Original erschien der Roman Ende 2000. Er trug statt des Autornamens den keuschen Vermerk «von seinem Verfasser»; dass die irakische Kritik sich hütete, das anspruchslose Werk als etwas anderes denn einen Markstein der arabischen Literatur zu zelebrieren, sprach aber ebenso für die Unangreifbarkeit des anonymen Autors wie die Tatsache, dass die Mär vom König und der schönen Maid aus dem Volke den Irakern gleich auch noch in Form einer TV-Serie und eines Dramas um die Ohren geschwungen wurde. Die deutsche Ausgabe verdanken wir zum einen der Übersetzerin Doris Kilias, die sich sonst etwa mit den Werken Gamal al-Ghitanis, Miral at-Tahawis oder des Literaturnobelpreisträgers Nagib Machfus abgibt; zum anderen einem Verlag, dessen Website primär Bildbände und Lifestyle-Bücher präsentiert. Mangelnde Erfahrung mit literarischer Qualität dürfte auch hinter dem hinkefüssigen Appell im kurzen Vorwort stehen: «Doch muss man Literatur verdammen, nur weil sie aus der Feder eines Diktators stammt?» Gut gemeint und schlecht gemacht Das wäre zu überlegen, wenn es denn Literatur wäre, was Saddam Hussein – laut verschiedenen Quellen kräftig von sachkundigeren Kräften sekundiert – seinen Lesern vorlegt. De facto werden wir mit einer Handlung beschenkt, die sich grossherzig über die Fragen von Plausibilität, Dynamik und Schlüssigkeit hinwegsetzt, weil sie ja ohnehin nur als grob gezimmertes Gerüst zur Ausstellung einer insgesamt eher spärlichen Garnitur von Ideen dienen soll. Historisch wird die Erzählung zunächst klar in der vorislamischen Zeit situiert; trotzdem wird sich Zabibah später gegenüber ihrem noch der Vielgötterei huldigenden Herrscher als Anhängerin eines monotheistischen Glaubens bekennen, der den Freitag heiligt (man hätte ja andernfalls versucht sein müssen, sie als Christin oder gar Jüdin zu identifizieren – und diese Konfessionen bekommen beide im Lauf des Buches ihre mit stumpfer Waffe geführten Seitenhiebe ab). Der Landesherr trägt aber immerhin den von einer Kollektivseele kündenden Namen «Araber»; und da derjenige Zabibahs übersetzt lediglich «Rosine» meint, schmückt sich die junge Frau nicht ungern mit dem Zusatz «Tochter des Volkes». Und als solche lernt der von intriganten Familienmitgliedern und Höflingen umschlichene König sie kennen und (selbstverständlich mehrheitlich keusch) lieben. Zu Letzterem freilich braucht es einige Langmut: denn Zabibah – die übrigens, wie auch der König, verheiratet ist – wartet mit der nervtötenden Regelmässigkeit einer Kuckucksuhr mit Ratschlägen auf, «von denen sie überzeugt war, dass sie gut und nützlich seien». Der grosse Renner ist dabei die in der Beziehung zwischen Zabibah und dem König vorweggenommene unio mystica von Herrscher und Volk; wobei man staunen darf über die schwammige Logik, in die sich diese Lehre – wenn sie denn überhaupt einmal ausgeführt wird – kleidet. So kann Zabibah zuerst die Gründung eines besonderen Rates vorschlagen, der sich für die Belange des Volkes einsetzt, und argumentieren: «Die Gründung eines Rates jedoch, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Gemeinschaft des Volkes tiefgreifend zu verändern, ist nicht Aufgabe des Fürsten. Ihm geziemt es, die Ordnung zu bewahren, wie sie ist und immer war»; nur um gleich darauf zu fordern, dass der König als Mitglied dieses Rates fungieren und sich als «Teil des Volkes» fühlen müsse. Dies ist nicht der einzige Widerspruch, über den wir im Lauf des Buches straucheln; so mutet es zumindest merkwürdig an, wenn Zabibah den König ermahnt, er nehme seine Gattin «nicht als fühlenden Menschen zur Kenntnis», und wenn sie die brutale Rache ihres ungeliebten Ehemanns, der sie eines Nachts auf ihrem Heimweg vom Palast vergewaltigt, empört als «Verrat» an ihr selbst und dem König bezeichnet; immerhin hat sie sich auf eine Beziehung eingelassen, die weder die arabische Stammeskultur noch Zabibahs Religion sonderlich milde betrachten. Wir dürfen uns mit den Stellen trösten, wo zumindest die Regie um so pragmatischer funktioniert: kaum hat etwa Zabibah die Möglichkeit eines Attentats auf den Herrscher erwähnt, purzelt schon dienstfertig ein mordlustiger Cousin desselben aus den Kulissen; und als es darum geht, den König zum Glauben an den einen Gott zu bekehren, geschieht dies (flott, wenn auch nicht auf restlos einleuchtende Weise) nicht zuletzt dank einer pünktlich angelieferten Kanne mit vergiftetem Pfefferminztee. Zerrspiegel der Wirklichkeit Interessant ist das Buch – über das sich deswegen auch die westlichen Geheimdienste mit etlicher Aufmerksamkeit gebeugt haben – natürlich vorab im Blick auf die politischen Ideen, die damit vermittelt werden sollen. Dass sich Saddam Hussein im Porträt des sanftmütigen Fürsten selbst spiegeln wollte, darf angesichts der unglaublich naiven Imagepflege des Diktators nicht allzu grotesk anmuten; und dass Zabibahs gewaltsamer Tod auf den 17. Januar fällt – das Datum also, an dem nach dem irakischen Angriff auf Kuwait die Gegenschläge der Alliierten einsetzten –, vollendet ihre Erhebung zur Ikone des irakischen Volkes. Für den Realitätsbezug der zahlreichen Seitenhiebe gegen eine intrigante Verwandtschaft und den korrupten Hofstaat gibt es einerseits zwar Anhaltspunkte: Dass Saddam Hussein in steter Furcht vor vermeintlichen und tatsächlichen politischen Konkurrenten und Gegnern lebte und bei deren Liquidierung auch vor Angehörigen der eigenen Familie nicht Halt machte, ist hinlänglich bekannt. Allerdings liess der Diktator aber nie davon ab, seine Machtstrukturen primär auf Familie und Clan zu bauen. In dieser Hinsicht befremdet insbesondere die im Roman mehrfach und bedingungslos wiederholte Kritik an der Erblichkeit des Königtums; wurde doch Saddams jüngerer Sohn Kusai weitgehend fraglos als irakischer Thronfolger von des Vaters Gnaden angesehen. Die denkbar schlichte Rollenteilung zwischen Gut und Böse – nicht eine Figur erfrischt das Auge durch nuanciertere Darstellung – rechtfertigt in der Fabel die Unterdrückungspolitik, welche sich der Diktator auch in praxi leistete; pikant wird es aber, wenn Zabibah im Gleichen die Strenge gegen das Volk rechtfertigt (das offenbar doch nicht ganz so unfehlbar ist, wie es der Roman sonst will) und den Herrscher von jeder Verantwortlichkeit freispricht; diese Argumentation will im Original wiedergegeben sein: «Die Ursache, warum ein Herrscher in seinem Umfeld oder gegenüber dem Volk zu List und Tücke greift, liegt ja nicht darin begründet, dass es ihm an Aufrichtigkeit oder mangelndem Bewusstsein für Recht und Moral fehlt, sondern dafür gibt es seelische Gründe.» Voilà. Am Ende das Chaos Bezeichnenderweise löst sich die auf keinen Realitätssinn gegründete und mit ihren eigenen Thesen nicht zu Rande kommende Fabel am Schluss in plapperndes Chaos auf. Bei einer von Verschwörern angezettelten Revolte gegen den Königspalast darf die patente Zabibah an der Spitze des loyalen Volkes nochmals säbelschwingend und hoch zu Ross antreten; beim Kampf empfängt sie die Todeswunde, und während Vertreter von Volk und Ständen nachher schon über die künftige Form der Staatsführung zanken, stirbt auch der König – selbstverständlich an gebrochenem Herzen. Das finale Feuerwerk basispolitischer Exkurse erlaubt dem Autor noch einmal, im Namen des einfachen, opfermütigen Volkes gegen Profiteure und Drückeberger, gegen die Grossgrundbesitzer, Händler und Noblen vom Leder zu ziehen (deren erster Fürsprecher wohl nicht zufällig den Namen des einstigen Führers der Exilopposition und heutigen Mitglieds des Übergangsrates, al-Chalabi, trägt). Wir erlauben uns die pietätlose Frage, ob der Autor bei der Niederschrift dieser Passage auch einen Gedanken an seine eigenen zahllosen Paläste, seine reichlich abgeschöpften Pfründe und seine auch in den Hungerjahren des Embargos strotzend-wohlgenährte Postur verschwendet hat. Es mag ein bescheidenes und unfreiwilliges Zeugnis der Ehrlichkeit in diesem entweder völlig verlogenen oder völlig verblendeten Machwerk sein, dass es hinsichtlich einer angemessenen Regierungsform keinen auch nur irgendwie zeitgemässen oder realistischen Rat zu offerieren hat. Wenn Saddam Hussein seine Macht in der Praxis mit brachialer Gewalt zu wahren wusste – dann scheint er denkende Leser ausser Gefecht setzen zu wollen, indem er sie in Kamillentee ersäuft. Angela Schader

Kurzbeschreibung

Es war einmal im Irak, dem alten Mesopotamien, ein König und ein Mädchen aus dem Volk, die sich liebten ...
"Zabiba und der König" ist nicht nur ein philosophisches Märchen, das nach dem Vorbild der Tausendundeinennacht verfaßt wurde, es war und ist im gegenwärtigen Kontext des neuen Golfkrieges ein "Warnbuch".
"Sein Autor" wollte anonym bleiben; er blieb es nicht lange. Die ihm in Bagdad Nahestehenden und die Geheimdienste des Westens, allen voran CIA und Mossad, erkannten in dieser Erzählung um Abenteuer, Liebe und Politik die Feder Saddam Husseins. Der Mann, der seit Jahrzehnten im Mittelpunkt des Interesses steht, lädt uns zu einer scharfsinnigen Betrachtung über die Ausübung der Macht in einem Reich ein, das wegen seiner strategischen Lage und seiner Bodenschätze von einer Koalition mächtiger Feinde begehrt wird.
In den Dialogen zwischen dem König Arab und Zabiba, den zwei Liebenden, legt der "Autor" seine politischen Ansichten dar - unter anderem über die Einsamkeit des absolute n Monarchen, den Beitrag der Frau zur sozialen und nationalen Entwicklung, den Kampf gegen feindselige Verschwörungen, die Schaffung politisch aktiver Zwischenstellen zur Untermauerung der Glaubwürdigkeit eines Regimes, die Unvermeidlichkeit der Volksregierung - und wagt eine mutige Betrachtung der Sexualität in der arabischen Gesellschaft.
Die Lektüre von "Zabiba und der König" rückt die Persönlichkeit Saddam Husseins in ein neues Licht.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Trotz Niedermache in verschiedenen Magazinen ein lesenswertes Buch. Bemerkenswert die Dialoge zwischen Zabibah und dem König über die Einrichtung eines demokratischen Staates.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Es ist eine kitschige Affaire zwischen der verheirateten Zabibah und dem netten, milden und etwas dummen König vom Irak. Sie berät ihn, warnt ihn vor Anschlägen, sagt ihm, dass er Strenge zeigen muss. Und so muss der huldvolle Herrscher - ganz wider seiner Natur - von einer einfachen Bäuerin aus dem Volk in langen, ziemlich naiven Dialogen solche schlimmen Dinge lernen.

Wahrscheinlich träumte Hussein tatsächlich von so einer Position als guter König, der weise regiert und vom Volk respektiert und geliebt wird. Man stößt sich nur etwas daran, dass er in der Realtiät zigtausende seiner Kritiker verschleppen und ermorden ließ, um an der Macht zu bleiben. Es blinkt die Botschaft durch: "Hey, wenn Ihr mir nur meine uneingeschränkte Macht lasst, kann ich eigentlich ganz nett sein."

Das Buch wurde laut Spiegel 3 Monate lang vom CIA analysiert, um ein "Fenster zum Kopf des Tyrannen" zu erhalten. Für den Lesekick, auf diesen gruseligen Spuren zu wandeln, gibt es auch die 2 Sterne. Macht man sich die Mühe einer Interpretation, so kann man Zabibah als Symbol für das irakische Volk sehen. Sie steht zwischen dem König - Hussein - und ihrem Ehemann - die USA. Als Zabibah von ihrem Ehemann vergewaltigt wird, und zwar zufällig genau an dem Tag, als die USA 1991 in den Irak einmarschiert sind, zieht der König gegen ihn in den Krieg. Das Liebespaar kommt dabei schließlich um - allerdings mit der Gewissheit, alles gegeben zu haben. Insgesamt ein propagandistisches und ziemlich zynisches Werk, das aber nun mal einen provokativ bekannten Autor hat. Immerhin soll ein Teil der Erlöse für Aufbauprojekte im Irak gespendet werden.

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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zabiba bitte ohne "h" 30. November 2004
Von "hahn18"
Das Buch erzählt sicher eine faszinierende Geschichte, die den Autor nicht von der durch unsere Medien vermittelten Seite zeigt.

Grund für meine geringe Bewertung, ist der Umstand, daß diese Zabiba-Fassung, im Gegensatz zur "editio de facto"-Veröffentlichung nicht vollständig ist. Deshalb rate ich von diesem Buch ab und empfehle Zabiba ohne "h".

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