Nur zur Einleitung dieser WDR-Rocknacht; wer es kennt, springt zum nächsten Absatz:
Mein Gott, was war das am 19./20.4.1980 eine fantastische Rocknacht, die ich live miterleben durfte. Erst Partystimmung mit "The Bluesband" (u.a.Tom McGuinnes-g, Paul Jones-h, Huggie Flint-dr), dann Joan Armatrading mit ihrer Klasseband (u.a. Rick Hirsch-g, Richie Hayward-dr, Dick Sims-key). Danach spielten Ian Hunter (g) und Mick Ronson (g) ein bemerkenswertes Konzert und dann hätte man eigentlich schon gegen 4.00 Uhr nach Hause gehen können, wenn als vierte Band nicht noch "ZZ Top" gespielt hätten, die damals kaum jemand in Europa kannte. Auch ich kannte sie nur aus einem Artikel im "Music Express", der ausführlich über die Band und deren Erfolge in den USA berichtet hatte und der Bill Gibbons als leidenschaftlichen Gitarrensammler von "Gibson Les Paul"-Modellen auswies.
Nach dem mexikanischen Intro mit dem flackernden ZZ Top-Logo legte die Band dann sofort los mit "I Thank You / Waiting For The Bus" und wohl fast jeder in der Grugahalle staunte nur angesichts deren Power aus Blues, Boogie und Rock'n Roll. Die Band spielte ihren Set dann mit einer Gewalt und Präzision, dass man alle wirklich guten Acts, die vorher in der Nacht gespielt hatten, mit einem Schlag vergessen hatte. Ich kann mich an kein Konzert einer Band erinnern, die ich vorher niemals gehört hatte, aber mich derart faszinierte und ich deren Musik einfach aufsaugte mit jedem weiteren Titel der ingesamt 22 gespielten.
Man darf nicht vergessen, dass die Band in den USA bereits 6 Alben (plus einer Best of) veröffentlicht hatte und dort ein absoluter Stadium-Act war und Superstardom genoss. Nach diesem Wahnsinnsauftritt ging es dann auch steil in Europa für die Band bergauf und der Rest ist ZZ Top-Geschichte und ein anderes Thema.
1980 drehte es sich für ZZ Top aber nur um die Musik und sonst nichts. Das änderte sich ja später, als die Band in die MTV-Video- und Hot Rods-Zeit entschwand mit "Plüsch-Gitarren" und ähnlichem mehr (was ihr allerdings noch mehr Erfolge bescherte).
Das Video-Bild ist für das Alter absolut gut, wenn man auch die typischen "Rockpalast-Streifen" an manchen Stellen anscheinend nicht digital entfernen konnte. Ich hatte bisher nur ein Bootleg-Video dieser Show, das mit einem Open-Air-Konzert von Johnny Winter aus Dänemark aus den 80er Jahren gepresst wurde. Deren Qualität ist sehr deutlich schlechter, sowohl von Bild als auch Ton.
Der Sound dieser Eagle-Rock-DVD ist in Stereo, man hat wohl den damaligen Stereo-Ton der Radio-Live-Übertragung verwendet.
Für Fans der frühen Zeit der Band ist diese DVD absolut ein Muss, zumal es nichts anderes an Filmmaterial aus der Anfangszeit der Band gibt (oder nicht veröffentlicht wurde). Für mich ohne Frage eines der sehr guten Rockpalast-Konzerte insgesamt, das superklasse ist und auf das ich auch heute noch 30 Jahre später nicht verzichten will.
Für mich ohne Frage *****!