Bereits 2000 erschienen und seither erprobt berichte ich über die fünfte, überarbeitete Auflage des hilfreichen Handbuches vom letzten Jahr. Es findet sich unter den psychosozialen Arbeitshilfen des Psychiatrie-Verlages. (Band 16) Die Autoren wissen, wovon sie schreiben - haben sie doch beide leitende Funktionen in einer süddeutschen Rehabilitationseinrichtung.
Die rezidivprophylaktische Wirkung von Arbeit ist wiederholt empirisch belegt" heißt es in der Einleitung - es lässt sich auch noch einfacher sagen: Ohne Arbeit kann ich erst gar nicht gesund werden oder: wenn ich nichts tun darf, bleibe ich krank.
Wie geht das aber nun am besten, wie komme ich auch beruflich wieder auf die Füße nach einem Psychiatrie-Aufenthalt, wie finde ich heraus, wie viel ich schon kann usw.
Konzipiert für eine Gruppengröße von 7-10 TeilnehmerInnen
bietet das ZERA-Gruppentrainigsprogramm Möglichkeiten sich innerhalb einer angeleiteten Gruppe über einen Zeitraum von etwa 3-4 Monaten gemeinsam mit anderen psychiatrie-betroffenen Menschen mit den eigenen, wiederherzustellenden Fähigkeiten, dem derzeitigem Genesungsstand, der wieder anvisierten Leistungsfähigkeit und vor allem aber auch der Krankheit: wie begegne ich einer Neuerkrankung, respektive, wie kann ich sie eventuell auch verhindern - auseinanderzusetzen.
ZERA besteht aus einem Handbuch und einer CD-ROM. Nach Vorwort und Einleitung geht es um Zielsetzung und Zielgruppen. Dann folgt die Inhaltsübersicht über die sieben Unterprogramme bevor es um Methoden und Rahmenbedingungen der Durchführung geht und um die praktischen Erfahrungen dabei. Als nächstes erfährt man, wo die wissenschaftliche Begleitforschung zu finden ist. Die verschiedenen Varianten der Durchführung von ZERA runden den ersten Teil ab. Der zweite, das Schulungsmanual, besteht aus besagten sieben Unterprogrammen. In diesen sind die auf die CD-Rom gebannten 20 Arbeitsblätter mit abgebildet, die den Grundstock für die Sitzungen bilden. Unter anderem wird von den Teilnehmern im fortgeschrittenen Stadium ein kleines Projekt erarbeitet, das den andern dann vorgestellt wird. Ganz zum Schluss wird Nachlese betrieben und ausgewertet - am besten bei einem Frühstück...
ZERA eignet sich sowohl Reha- wie auch Klinik-begleitend, ist viel verwendet worden für Nutzer von WfbM´s , aber auch sinnvoll anwendbar für Langzeitarbeitslose, in Tageskliniken, RPK-Einrichtungen, Wohnheimen und beruflichen Trainingszentren.
Der Ansatz sich im Kreis von Gleich-Betroffenen eine Art Startrampe in die Zukunft zu erarbeiten, ist konstruktiv und ermutigend - einzig der im Buch mit althergebrachter, absolut genesungsuntauglicher Selbstverständlichkeit verwendete Begriff psychisch krank" ist ein Anachronismus und gehört bei der nächsten Auflage ersetzt. Eine andere Idee wäre, nach trialogischem Prinzip, Ex-In-Absolventen in die Leitung dieser Gruppen mit einzubeziehen.
Ursula Talke, Berlin.