"Schaltstelle Gehirn" ist der nunmehr letzte Band einer auf insgesamt sechs Bände angelegten Reihe, in der die Redaktion von ZEIT Wissen mit Artikeln aus ihrer eigenen Redaktion und durch speziell für diese Bücher geschriebene Gastartikel bekannter Autoren und Wissenschaftler eine motivierte Lesergemeinde von naturwissenschaftlich interessierten Zeitgenossen einführen will in den Forschungs- und Wissensstand der gegenwärtigen Wissenschaft.
Der vorliegende letzte Band befasst sich mit dem Gehirn des Menschen. Dabei geht es nicht nur um die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung, sondern auch um andere Phänomene aus dem Bereich der Musik, der Psychologie ( zum Beispiel die Depression und der Burn-Out), um falsche Erinnerungen und wie sie im Gehirn entstehen und vieles andere mehr.
Die verschiedenen Artikel, die in diesem Buch eine große Bandbreite haben, sind alle in einer recht verständlichen Sprache geschrieben, und von den Herausgebern des Buches durch Tabellen, Infokästen und anschauliche Zeichnungen gut lesbar gemacht.
Das Nachwort von Gerhard Roth "Denken und Handeln" fasst das Buch gut zusammen und verteidigt die Hirnforschung gegen die Vorwürfe, ihr Menschenbild bilde das Kreative, das Künstlerische und das Spirituelle im Menschen nicht ab. "Die neuronalen Grundlagen des Psychischen, seiner Erkrankungen und deren mögliche Therapie werden weiterhin ein dominierendes Thema der Hirnforschung sein ebenso wie die Grundlagen sozialen Denkens, Fühlens und Handelns."
Wieso aber hat der Rezensent, überzeugter Christ und ein eigentlich spiritueller Mensch, soviel Zweifel daran ? Was sind die möglichen ideologischen Hintergründe mancher Hirnforscher, oder spricht aus dieser bangen Frage nur die Angst eines gläubigen Menschen vor einer erneuten "Entzauberung" seiner Welt und seines Welt- und Glaubensbildes ? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass ich dieses Wissensgebiet weiter kritisch beobachten werde
Das Buch ist keine ganz leichte Kost, aber es braucht ja auch nicht in einem Rutsch gelesen zu werden. Die Artikel sind so verfasst, dass auch ihre einzelne Lektüre Sinn macht und Gewinn bringt.