Der Motor wird auf einer großen Segeljolle gefahren - eine Sailhorse (6x2x0,9), Gewicht netto 500 kg. Man sollte meinen, genug Luft bis zu den 1800 kg, für die der Motor maximal empfohlen wird. Weil ich im Normalfall unter Segeln an- und ablege, gibt es noch nicht soviele Erfahrungen. Aber: Bei ruhigem Wasser schiebt der Motor das Boot in den Schaltstufen 4 und 5 zügig und fast unhörbar voran. Die Geräusche von (Fahrt-)Wind und Welle überlagern fast vollständig die Motorgeräusche. Sensationell. Die Geschwindigkeit ist zufriedenstellend, in der höchsten Schaltstufe werden geschätzte drei Knoten erreicht. In den ersten beiden Schaltstufen muß man aber schon genau hinsehen, um überhaupt festzustellen, daß sich etwas vorwärtsbewegt. Dann habe ich auch einmal versucht, bei etwa 4-5 Windstärken gegenanzufahren, um die Segel auf dem offenen Wasser zu setzen. Das war absolut grenzwertig, bis die Segel standen, sind wir keine 30 Meter voran gekommen - in der höchsten Schaltstufe wohlgemerkt. Mit solchem Vortrieb wird das zum Balanceakt.
Im Rückwärtsgang zeigt der Motor mit dem neuen dreiflügeligen Propeller einen Wirkungsgrad, den ich von den früher benutzten Außenbordern her nicht kenne. Jene rührten heftig im Wasser, und die Wirkung ließ auf sich warten. Hier ist die Wirkung mit dem Einschalten der Rückwärtfahrstufe 2 sofort voll da. Hilfreich zum Manövrieren ist auch die gute Drehfäigkeit des Gerätes; für 360°-Schwenks ist das Kabel freilich zu kurz. Für die letzen Meter in einem engen Hafen paßt es also, solange es nicht stürmt.
Als erste Bilanz: Ein guter Motor kann beim Segeln eine Sicherheitsreserve bilden - dieser kann das nicht. Auch für Boote ohne Mast ist "bis 1800 kg" eine geradezu tollkühne Gewichtsangabe (ohne das hätte ich vier Sterne für angemessen gehalten). Zum gemütlichen Heimgleiten bei unerwarteter Flaute ist er für die Sailhorse aber völlig ausreichend und einem Verbrennungsmotor wesentlich überlegen, da nervenschonend und im Händling (Gewicht!, Drehung) deutlich einfacher. Auch für Hafenmanöver in segelfeindlichen Marinas und als Hilfsschieber unter Brücken (vielfach gibt es wegen Strömungen und Drehwinden eine Motorenpflicht) taugt er, und damit werden meine persönlichen Anforderungen eingelöst.