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5.0 von 5 Sternen
Dichtes Buch mit viel Witz, 22. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Zähne zeigen (Gebundene Ausgabe)
Archibald Jones und Samad Iqbal stranden am Ende des zweiten Weltkrieges mit ihrem Panzer in einem bulgarischen Dorf und bekommen das Ende eines Krieges, den sie nicht gekämpft haben, erst mit 2-wöchiger Verspätung mit. Sie kehren als verkannte Helden in ihre Heimat London zurück und bestimmen fortan nicht nur das Schicksal ihrer beiden zu gründenden Familien, sondern auch das einer dritten, der Chalfens. Die Kinder der Jones' und Iqbals übernehmen die Handlung von ihren Vätern, bringen die Familie der Chalfens mit und entwickeln sich so konträr, dass sie erst im Klimax des Endes wieder zusammenfinden.
Smith hat ein gewaltiges Kaleidoskop von mehreren Generationen, Religionen, Hautfarben, Geschlechtern, Mentalitäten und politischen Einstellungen aufgebaut, dass man am Ende verwundert ist, dass es funktioniert. Dadurch, dass sie alles, was den Menschen eigentlich trennt, in nur drei Familien zusammenfließen lässt, entsteht ein Mikrokosmos von sich tummelnden Reaktionen, dass der Leser zum neugierigen Wissenschaftler wird, der das ganze Geschehen durch ein Mikroskop betrachten kann.
Smith will dabei jedoch nicht auf Lösungen hinaus, sondern zeigt vielmehr auf, wie es sich im Extremfall verhalten könnte, wenn völlig konträre Meinungen und Einstellungen auf kleinstem Raum zusammentreffen. Und das macht sie nicht fingerzeigend oder mahnend, sondern sehr unterhaltsam und mit viel Witz. Wenn Zwillinge von ihrem besorgten Vater getrennt werden, damit zumindest einer in der richtigen Einstellung aufwächst und genau das Gegenteil passiert, dann ist das für den Leser zwar vorhersehbar, aber umso witziger, wenn es tatsächlich eintrifft. Smith geht mit ihren Figuren um, als wären sie Schachbrettfiguren, schiebt sie mal dahin, mal dorthin und weiß bereits im Voraus, was passieren wird. Und alle diese Personen, die auftauchen, sind lebensnahe, liebenswerte Gestalten, Menschen wie du und ich, die als einzigen Unterschied das Problem haben, dass alle Probleme der Menschheit auf ihren Rücken lasten.
Ein kluges, kurzweiliges Buch, mit sehr viel Gehalt, dass trotzdem leicht zu lesen und deshalb unbedingt gelesen werden muss.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Beachtliches Debut, 9. Januar 2003
Von Ein Kunde
Zadie Smith gelingt mit Zähne zeigen ein beachtlicher Einstieg. Ihre Schilderung des Lebens von Zuwanderern im modernen London zeigt viel litearisches Gespür. Sie verbindet geschickt Ängste, Ideologien, Lebensphilosophien und Eigenheiten verschiedener Kulturen mit einem allgemeingültigen Humor. Das Ganze Verpackt sie in eine kurzweilige Geschichte, die sich vom 2. Weltkrieg bis in die heutige Zeit spannt und dabei in sich abgerundet ist. Außerdem ist das Buch ein Plädoyier dafür, nicht mehr länger über Zuwanderung oder gar Überfremdung zu diskutieren, sondern die Fakten zu akzeptieren und ihre Bereicherung für die Gesellschaft (inkl. Kunst und Kultur) zu entdecken.
Bravo!
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fantastisches Buch!, 12. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Zähne zeigen (Gebundene Ausgabe)
Anhand der beiden seltsamen Sippen Jones und Iqbal trifft Familiengeschichte auf englische (und europäische) Historie, Soziologie auf Philosophie, Glaube auf Wissenschaft. Wie vielschichtig "Zähne Zeigen" ist, wurde mir dabei eigentlich erst zum Schluss klar. Lange hatte ich es als Immigranten-Roman gelesen (und dabei vieles auf das Deutsch-Türkische Verhältnis übertragen), inzwischen beschäftigen mich einige andere Aspekte mehr. Dazu ist dieses Buch intelligent, mit Humor und spannend geschrieben, voller glaubwürdigen Personen und Orte. Unbedingt empfehlenswert!
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