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Produktinformation
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Die Handlung führt uns nach Jamaika, die Türkei, Bangladesch und Indien und bringt uns schließlich in einen schäbigen Vorort von North London, in dem die zwei merkwürdigen Helden dieses Buches zu Hause sind: Archie Jones, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, und Samad Iqbal, der im hohen Maße dem Alkohol zuspricht. Sie begegneten sich erstmals im Zweiten Weltkrieg als Mitglieder eines vom Pech verfolgten Bataillons und sind seitdem unzertrennlich. Archie heiratet die schöne Clara mit den vorstehenden Zähnen, die sich auf der Flucht vor ihrer Mutter befindet, einer Zeugin Jehovas, und mit der er eine Tochter hat, Irie. Samad heiratet die pampige Alsana, die ihm zwei stramme Jungs schenkt -- Zwillinge: "Kinder mit Vor- und Zunamen, die sich auf direktem Kollisionskurs befinden; Namen, hinter denen sich Massenexodus, überfüllte Boote und Flugzeuge, unfreundliche Ankünfte und ärztliche Untersuchungen verbergen."
Große Fragen verlangen nach kühn gezeichneten Charakteren. Zadie Smiths Helden sind nicht heroisch; sie sind einfach echt: warmherzig, komisch, fehlgeleitet und absolut vertraut. Wenn man ihre Unterhaltungen liest, kommt man sich vor, als würde man sie heimlich belauschen. In einer ganz einfachen Szene unterhalten sich Alsana und Clara im Park über ihre Schwangerschaften: "Eine Frau muss ihre privaten Dinge haben -- ein Ehemann sollte sich nicht in die körperlichen Angelegenheiten einmischen, in den Intimbereich einer Frau."
Samad ist verärgert über seine Söhne: "Sie sind beide vom Weg abgekommen; so weit weg von dem, was ich für sie geplant hatte. Es gibt wohl keinen Zweifel, dass sie beide irgendwann weiße Frauen heiraten werden, die Sheila heißen, und mich früh unter die Erde bringen." Hier spiegeln sich "die Ängste des Einwanderers -- Identitätsverlust, Auflösung" -- deutlich wider, die Samad mehr als alles andere geprägt haben.
Die Lektüre von Zähne zeigen ist eine wahre Freude. In diesem Buch wimmelt es vor Leben und Überschwänglichkeit, und doch besitzt es genug Schläue und despektierliche Seriosität, um ihm eine gewisse Bissigkeit zu geben. --Eithne Farry
Smith hat ein gewaltiges Kaleidoskop von mehreren Generationen, Religionen, Hautfarben, Geschlechtern, Mentalitäten und politischen Einstellungen aufgebaut, dass man am Ende verwundert ist, dass es funktioniert. Dadurch, dass sie alles, was den Menschen eigentlich trennt, in nur drei Familien zusammenfließen lässt, entsteht ein Mikrokosmos von sich tummelnden Reaktionen, dass der Leser zum neugierigen Wissenschaftler wird, der das ganze Geschehen durch ein Mikroskop betrachten kann.
Smith will dabei jedoch nicht auf Lösungen hinaus, sondern zeigt vielmehr auf, wie es sich im Extremfall verhalten könnte, wenn völlig konträre Meinungen und Einstellungen auf kleinstem Raum zusammentreffen. Und das macht sie nicht fingerzeigend oder mahnend, sondern sehr unterhaltsam und mit viel Witz. Wenn Zwillinge von ihrem besorgten Vater getrennt werden, damit zumindest einer in der richtigen Einstellung aufwächst und genau das Gegenteil passiert, dann ist das für den Leser zwar vorhersehbar, aber umso witziger, wenn es tatsächlich eintrifft. Smith geht mit ihren Figuren um, als wären sie Schachbrettfiguren, schiebt sie mal dahin, mal dorthin und weiß bereits im Voraus, was passieren wird. Und alle diese Personen, die auftauchen, sind lebensnahe, liebenswerte Gestalten, Menschen wie du und ich, die als einzigen Unterschied das Problem haben, dass alle Probleme der Menschheit auf ihren Rücken lasten.
Ein kluges, kurzweiliges Buch, mit sehr viel Gehalt, dass trotzdem leicht zu lesen und deshalb unbedingt gelesen werden muss.
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