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Zähne und Klauen [Audiobook] [Audio CD]

Tom Coraghessan Boyle , Boris Aljinovic
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

14. März 2008
Hier sind sie wieder: Die überbordende Phantasie von T.C. Boyle und der schräge Sound Boris Aljinovic. Sieben spannende, süffige, komische, traurige Geschichten, die vom Leben bzw. Überleben erzählen. Um was es geht? Da gewinnt ein naiver, junger Mann beim Würfelspiel eine Raubkatze, die anschließend sein Apartment zerlegt. Ein Pärchen strandet mitten in einem Blizzard. Da ist der Mann, der in einer Mustersiedlung nicht ganz die erhoffte Stabilität findet.

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Produktinformation

  • Audio CD
  • Verlag: Dhv der Hörverlag; Auflage: Lesung ausgewählter Erzählungen. (14. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3867172196
  • ISBN-13: 978-3867172196
  • Größe und/oder Gewicht: 14,4 x 12,8 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 629.639 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Eigentlich ist im Erzählband Zähne und Klauen des US-amerikanischen Kult-Autors T.C. Boyle wieder alles so wie immer: die Männer sind Looser (und wissen das auch). Besoffen sitzen sie an langen Tresen, um sich sinnlose Footballspiele anzusehen und mit Bar-Bekanntschaften belanglose Gespräche über die Chancen ihres Teams zu führen. Und irgendwann passiert etwas, das ihr armseliges Leben völlig aus der Bahn wirft -- nicht zuletzt, weil es ja noch die Frauen gibt.

In der Titelgeschichte von Zähne und Klauen ist dieses Etwas ein Raubtier im Käfig, das ein Unbekannter neben dem Ich-Erzähler auf die Theke hievt -- und dann für immer verschwindet. Der Erzähler nimmt das wilde Tier mit nach Hause: auch, weil die hübsche Bedienung der Bar das irgendwie von ihm verlangt. Aber das Mädchen ist vergeben, das Raubtier verwüstet allmählich die Wohnung, selbst die letzte Rückzugsbastion des Helden ist so bald für immer zerstört. Vielleicht ist die Raubkatze längst aus seinem Zimmer ausgebrochen, als der Ich-Erzähler eines Tages von einer Sauftour wieder nach Hause kommt. Eigentlich sollte er die Wohnung meiden. Aber er tritt ein. „Und dann -- ich weiß nicht, warum -- schloss ich die Tür hinter mir.“

T.C. Boyle ist -- gemeinsam mit Haruki Murakami natürlich! -- unzweifelhaft der Größte. Irgendwie schafft es der 1948 geborene Schriftsteller nicht, einen Satz zu schreiben, der langweilig, uninspiriert oder dumm klingen würde (auch wenn ihm das im Roman Ein Freund der Erde oder der Erzählsammlung Schluss mit cool von 2001 mehrmals fast gelungen wäre). Auch in Zähne und Klauen macht er wieder alles richtig. Da gibt es kein falsches Wort, keine plumpe Wendung. Und selbst da, wo es plump und platt zu werden droht wie in der Erzählung über den vermeintlichen Umfalltod einer pubertierenden Tochter, der mit der Katastrophe eines Asteroideneinschlags auf Yucatán vor fünfundsechzig Millionen Jahren kombiniert wird, kratzt Boyle am Schluss doch noch die Kurve und präsentiert ein Ende, das wie eine Bombe alle Illusion zerschlägt. Besser kann man eigentlich nicht schreiben.

Wenn man nicht gerade zu Ein Freund der Erde oder Schluss mit cool greift, kann man eigentlich jedes der Boyle’schen Bücher lesen. Auch Zähne und Klauen ist wieder ein Meisterwerk, in dem das Banale, Nebensächliche ins leise Tragische, melancholisch Traurige abgleitet. Große Literatur, wie immer. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

"Seine Prosa ist leicht und glänzend, die Pointen sitzen, und allein aus den leichtfertig dahinskizzierten Szenarien hätten andere Autoren ein Lebenswerk gebastelt. Aber Boyle muss nicht sparen. Er ist lustig, er ist tragisch, er ist wesentlich - und er ist verschwenderisch mit seinen Ideen, weil er weiß, dass sie ihm nie ausgehen werden." Christian Seiler, Die Zeit, 13.03.08.

"Boyle bestätigt seinen Ruf als einer der sprühendsten und vielseitigsten amerikanischen Autoren. ... Mit Zähnen und Klauen ringen Menschen um ihre Identität als junge Rebellen, gegen den Wind im nördlichsten Schottland, gegen den Schnee auf den kalifornischen Sierras. Man kommt nicht umhin, ihnen atemlos zu folgen. Boyles Fangemeinde wird wohl weiter wachsen." Michael Freund, Der Standard, 02.02.08

"Es ist Boyles Passion, Einfälle in Welten zu verwandeln, Häuser zu bauen, Bilder an die Wand zu hängen und merkwürdige Menschen eintreten zu lassen." Christian Seiler, Die Zeit, 13.03.08

"Tief drinnen schlummert das Tier in uns, das ist die Grunvoraussetzung für diese Kurzgeschichten .... sie funkeln sprachlich und stilistisch und sind die Form, in der Boyle seine Trümpfe am besten ausspielen kann - immer ein Ass im Ärmel." Sebastian Fasthuber, Falter, 15.02.08

"In seinen neuen Erzählungen kultiviert T.C. Boyle einmal mehr mit leichter Hand apokalyptische Versionen." Kristina Pfoser, OE1 ORF, 08.02.08

"Eine bissige Satire auf amerikanische Träume und Albträume." Kristina Maidt-Zinke, Süddeutsche Zeitung, 11.03.08

"Raymond Carver at his best: T.C.Boyle entblösst Menschen in ihrer Unzulänglichkeit, Umstände in ihrer Unabwägbarkeit, Sprache in ihrer Unnahbarkeit." Alexandra Kedves, Tages-Anzeiger, 14.03.08

"So aufregend und überraschend, wie ein Themenabend." Wieland Freund, Die Welt, 29.03.08

"Das Leben bietet bei Boyle nur zwei Möglichkeiten: die Lebensgefahr oder den Kick zur Wiedergutmachung. Oder weiß einer genau, woher im nächsten Moment der Wind weht? T.C. Boyle weiß es. Deswegen ist die Kurzprosa dieses Springteufels so quecksilbrig. Dieser Autor bietet, verflucht nochmal, Aufregung sondergleichen." Joachim Huber, Der Tagesspiegel, 30.03.08

"T.C.Boyle schreibt viel, mit grimmigem Witz, schrägen Pointen und anhaltendem Bestsellererfolg." Susanne Kunckel, Welt am Sonntag, 27.04.08 -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen T.C.Boyle hat es einfach `drauf! 27. Mai 2008
Von Der Buch-Vorleser TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Kompromißlos spiegelt der amerikanische Autor T.C.Boyle seit vielen Jahren in seinen Romanen und Erzählungen die Welt wider, wie er sie sieht. An viele Themen hat er sich schon herangewagt, Personen aus der Geschichte wie Kellogg (der Mann, der die Cornflakes erfand) oder Kinsey (der die prüden Amerikaner mit seinem Sex-Report schockte) zu Handlungsträgern gemacht und immer wieder auch in der kleinen Form, der Short Story, gepunktet. Beim Hanser Verlag ist nun sein neuester Band mit Erzählungen unter dem programmatischen Titel Zähne und Klauen" erschienen. In den 14 Geschichten wird getrunken, mit dem eigenen Leben gehadert, ein Insulaner lernt die Liebe seines Lebens kennen und verliert sie sogleich wieder und der Nachwuchs zwingt einen gestandenen Mann zum Umdenken und überhaupt kommen die Figuren in Tom Coraghessan Boyle`s Prosa nie ohne die so unfassbaren wie realen Widrigkeiten unseren Seins aus. Stilistisch hart und zielführend, schnörkellos und doch atemberaubend rasant hat Boyle ein unnachahmliches Flair geschaffen, das einen sofortigen Wiedererkennungseffekt mit sich bringt. Das dies gut so ist, beweist er immer wieder aufs Neue und Zähne und Klauen" sind ein weiterer Beweis dafür, wie dieser kritische Amerikaner mit beiden Beinen auf dem Boden seines Landes steht und beileibe keinen Bus(c)h benötigt, um sich dahinter zu verstecken.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gegen die Wand 23. Februar 2008
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Er schaute auf das Meer hinaus, wo das Schimmern der Wellen mit dem Horizont in einer Explosion von Licht verschmolz, als würden Diamanten zu einem schmalen Band zermahlen, das sich zu beiden Seiten so weit erstreckte, wie das Auge reichte.

Schön, nicht wahr? Aber Vorsicht - dieser Satz stammt aus einer Kurzgeschichte, die in "Zähne und Klauen" enthalten ist. Solche Sätze, zart wie flamingofarbene Wölkchen am Abendhimmel, ersinnt Boyle in seiner Sprachgewalt nur, um darin die Hand mit dem rasiermesserscharfen Messer zur Selbstverstümmelung zu verstecken. "Warum seid ihr so schlecht zu euch selbst?", möchte man den Typen zurufen, die diesen Band bevölkern. "Reißt euch doch zusammen!" Tun sie aber nicht. Unbeirrbar gehen die Jungs - meistens sind es Jungs, die sich als Männer getarnt haben - in ihr Verderben, als ob es die einzige Option wäre, die sie in Betracht ziehen können. Oft ist Alkohol im Spiel, manchmal auch Drogen oder Obsessionen, die mindestens die bürgerliche Existenz kosten. Raymond erfährt das auf brutale Weise in der Story "Hier kommt"; sein Absturz dauert nicht viel länger als eine Achterbahnfahrt. Manchmal ist es auch die unbarmherzige Natur, die mit gefährlichen Kreaturen oder Naturkatastrophen das Leben zur Hölle verdammt. Jackson muss das erfahren, der in dem als Ideal entworfenen Ort Jubilation in Florida eigentlich nur eine ruhige Kugel schieben, einen Drink auf der Veranda nehmen und nach den Mädchen schauen will. Frauen. Auch eine gute Möglichkeit, um zu scheitern. Wie der Junge in der Titelgeschichte, der sich von einer exotischen Monsterkatze lieber sein Schlafzimmer und, wenn es sein muss, auch sich selbst in Fetzen reißen lässt, als sich eine Blöße vor dem Mädchen zu geben, in das er verliebt ist. Sie aber nicht in ihn.

14 katastrophale Geschichten sind in diesem Band versammelt und zeugen von der großen Bandbreite des Könnens und Wissens von T.C. Boyle. Mit großer sprachlicher Leichtigkeit spielt er mit einem immensen Wortschatz und einer Themen- und Gedankenvielfalt, die seinesgleichen suchen. 13 dieser Geschichten sind in unserer Zeit verankert, die vorletzte "Die Unwägbarkeit des Wassers: Madam Knights Reise nach New York, 1702" führt uns drastisch die Mühsal des Reisens in einer längst vergangenen Epoche vor, als New York noch ein kleines Städtchen war, wenn auch kein beschauliches. So sehr sich Madam Knight über die Ankunft in der Stadt freut, über die zu erwartenden Bequemlichkeiten der Zivilisation, die sie wieder hat, genauso stark bleibt doch der Knoten im Magen, in dem die Gewissheit ruht, irgendwann auf dem gleichen Weg zurückkehren und sich wieder schinden zu müssen.

Tom Coraghessan Boyle nimmt uns in diesem Band wieder einmal auf den mächtigen Schwingen seiner Phantasie mit in das Leben anderer Menschen. Tauschen möchte man nicht mit denen, aber über sie lesen ist ein böses Vergnügen.

Helga Kurz
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Biss und scharfer Zunge 14. Juli 2010
Von Detlef Knut VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
"Er wusste nicht, wie es passiert war - mangelnde Voraussicht seinerseits, mangelndes Engagement, mangelnde Planung, mangelnde Rücklagen für schlechte Zeiten -, aber in rascher Folge verlor er seinen Job, seine Freundin und das Dach über dem Kopf, und eines Morgens erwachte er auf dem Gehsteig vor der Post." ("Hier kommt")

Mit solch faszinierender Spannung, die auf das Porträt eines Verlierers hinweist, kann der Leser rechnen, wenn er sich den vorliegenden Erzählband zur Hand nimmt. Wer Boyle kennt, ist schon gespannt auf das Ende einer Geschichte, bevor er sie überhaupt zu lesen begonnen hat, bevor er weiß, wovon sie handelt. Mit diesem 2005 in den USA erschienenen Erzählband zeigt der Autor einmal mehr seinen Spaß beim Feinschleifen seiner Sätze. Novellen, Erzählungen und Kurzgeschichten haben auf der anderen Seite des Teiches einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland, wo solche Schreibübungen lediglich von preisgekrönten Schriftstellern geduldet werden. Für die Amerikaner gehören solche kürzeren Geschichten ganz einfach zu jedem Autor. Boyle ist die Lust am Gestalten dieser Geschichten anzumerken. Damit schafft er selbst in sehr kurzen Geschichten eine solche Dichte an Umfeld und Geschehen, dass man das Gefühl hat, trotzdem einen ganzen Roman gelesen zu haben. So ist es auch bei den 14 Geschichten dieses Bandes. Bei 'Windsbraut' entwickelt sich auf einer stürmischen Insel eine romantische Liebesbeziehung zwischen einem eher zurückgezogen lebenden Inselbewohner und einer amerikanischen Vogelkundlerin, die von den Inselbewohnern nur die Frau mit den Vögeln oder die Vogelfrau genannt wird. Sehr humorvoll wird eine Romanze aufgebaut, bis es schließlich in einem Desaster endet. In 'Der freundliche Mörder' geht es um einen Rekordversuch im Wachsein eines Radiomoderators, bei dem er die Leute auf der Straße durch ein Schaufenster zuschauen lässt. In "Chicxulub" erfährt ein Ehepaar vom Unfall ihrer Tochter, auf dem Weg in die Klinik leiden sie Qualen. Meteoriteneinschläge in Sibirien und in Mittelamerika demonstrieren die Unabwendbarkeit mancher Ereignisse und erhöhen mit ihrer ständigen Unterbrechung der laufenden Handlung die Spannung, die darin besteht, zu erfahren, wie es der Tochter geht. "Hier kommt" erzählt die Geschichte eines Mannes, der alles verloren hat und gerade auf der Straße wach geworden ist. So langsam wird ihm bewusst, dass ihn der Alkohol im Griff hat, weil alle seine Probleme verschwinden, sobald er etwas getrunken hat. Bis er schließlich ein Verbrechen beobachtet. "Geblendet" spielt auf den südamerikanischen Estancias, auf welcher sich ein Wissenschaftler an die Untersuchung der UV-Strahlung macht. Doch so unaufhörlich er den Estancieros von den negativen Auswirkungen der Strahlung auf Mensch und Tier predigt, so unnachgiebig muss er von einer Estancia zur nächsten ziehen. "Gegen die Wand" wird sprichwörtlich das Leben eines jungen Mannes gefahren, der sich vor dem Vietnamkrieg drückt, vom Kiffen auf harte Drogen umsteigt und nichts anderes als Rausch im Sinn hat, obwohl sich ihm Alternativen bieten.

Fingerübungen sind diese Geschichten vom amerikanischen Autor, der selbst einen Großteil seiner Jugend als Hippie durchlebte, allemal. Dem Boyle-Leser wird die eine oder andere Figur nicht ganz fremd vorkommen. So weisen die Inselbewohner in "Windsbraut" eine gewisse Ähnlichkeit mit den kauzigen Einwohnern des Alaska-Örtchens Boynton auf und von dem rauschbesessenen Typen in "Gegen die Wand" gibt es in "Drop City" gleich eine ganze Kommune. Die Geschichten gleichen Charakterstudien, die früher oder später den Protagonisten und Antagonisten in seinen Romanen als Grundlage dienen. Die behandelten Themen sind sehr vielschichtig und obwohl so manche von ihnen mit einem Desaster endet, in welcher der Protagonist ein Chaos hinterlässt, sind viele sehr humorvoll geschrieben und treiben dem Leser ein Schmunzeln oder gar die Tränen ins Gesicht. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass er nicht alles so ernst nehmen sollte, wie es am Ende aussieht. Boyle ist perfekt in der Lage, mit dem zwinkernden Auge und eine alle Sinne ansprechende Weise seine Geschichten an die Leser zu bringen.
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