Diese Biographie ist sicherlich glänzend recherchiert, aber ich hatte das Gefühl, daß etwas fehlt - der Mensch, um den es geht. Die Autorin, mittlerweile Direktorin des Londoner Design Museum, zeichnet den Wandel der Mode und des Zeitgeistes von Dior bis zum Grunge nach und verfolgt das Wachstum der Luxusmarke Yves Saint Laurent unter der Führung von Pierre Bergé. Sie legt dabei den Schwerpunkt auf die Parfums und die Geschäfte hinter den Kulissen die mich, ehrlich gesagt, überhaupt nicht interessiert haben. Yves Saint Laurent als Person kommt dabei zu kurz. Interviewt wurde er offenbar gar nicht, zitiert wird er nur selten, und das wenige, das wir erfahren, wiederholt sich und bleibt merkwürdig distanziert. Auch über seine Arbeit, die Zeichnungen und vor allem seine Kollektionen hätte ich mir mehr gewünscht, mehr Anschauliches und mehr Details. So bleibt alles summarisch und konzentriert sich auf Pierre Bergé. Gänzlich vermiest hat mir das Buch das schlechte Lektorat. Ein paar Fehler sind bei jeder Buchproduktion unvermeidlich, aber sie häufen sich hier in einem Maß, das unverzeihlich ist. Daher nur vier Sterne und die Hoffnung, daß eines Tages ein besseres Buch über diesen Couturier erscheint, das ihm gerecht wird.