Obwohl der Großteil des Konkurrenzkampfs zwischen den Spielern beim Senden von Würfeln auf den Basar abläuft, ist das noch längst nicht alles. Beispielsweise gibt es noch den Aufseher, den man an bereits belieferte Stände schicken kann, um den dortigen Warenstein zur Karawane zu senden. Dort bringt er seinem Besitzer zwar auch Siegpunkte, jedoch unter Umständen nicht soviel wie auf dem Basar. Ein hervorragendes Mittel, um Spieler mit punkteträchtigen Basaren zu ärgern. Und wenn man weder Warensteine einsetzen noch Kamele oder Gold nehmen und auch den Aufseher nicht versetzen möchte, dann zieht man halt eine Karte, die einem ebenfalls große Vorteile verschaffen kann.
Die Handlungsmöglichkeiten in "Yspahan" sind stets zahlreich, aber immer auch überschaubar. Manchmal fällt die Entscheidung da gar nicht leicht. Nimmt man sich jetzt besser den Überschuss an Gold, der gerade auf dem Würfel-Tableau liegt? Macht man lieber mit dem einen mickrigen Würfel, der da liegt, noch den punkteträchtigen Basar im Sackviertel vollständig? Oder schickt man den Aufseher zum Konkurrenten und zwackt ihm seine dortigen Warensteine ab? Glücklicherweise ist das Spiel dabei jedoch immer so übersichtlich, dass man nicht in ewiges Grübeln verfällt, sondern sich schnell für eine Würfelgruppe entschieden hat und die entsprechende Aktion durchführt.
"Yspahan" ist relativ leicht zu erlernen, auch wenn es so einige Ausnahmeregeln gibt, vor allem mit dem Aufseher und der Karawane. Diese wird vor allem bei Spielen mit Anfängern kaum genutzt, kann aber - strategisch clever eingesetzt - ebenfalls massig Punkte ausschütten. Meistens wird man sich jedoch auf das Bauen von Gebäuden und das Besetzen lukrativer Basare auf dem Spielplan konzentrieren, was völlig okay ist, denn das Spiel macht auch so jede Menge Spaß. Eine Partie dauert niemals länger als 60 Minuten und ist meistens sogar schneller abgehandelt. Die Handlungsmöglichkeiten sind vielfältig, ohne Einsteiger oder Gelegenheitsspieler zu überfordern. Dadurch eignet sich "Yspahan" prima für Familien - nicht zuletzt, weil es eine tolle Mischung aus Glück und Strategie ist. Natürlich können die Würfel für den einen oder anderen Spieler mal besonders günstig fallen. Aber die zahlreichen Möglichkeiten, diese Ergebnisse einzusetzen, gleichen das auch schon wieder aus, sodass sich Zufall und Planung gekonnt die Waage halten. Das schafft nicht jedes Spiel!
"Yspahan" mag zwar einen seltsamen Titel haben, ein bisschen abstrakt wirken und bei der Ausstattung bis auf die kleinen Holzkamele nicht sonderlich glänzen, aber der Spielspaß stimmt absolut. Da spielt man auch gerne mal zwei Partien hintereinander.