Als Collective Soul-Fan der allerersten Stunde (1994) beginne ich mit der Rezension dieser Comeback-Scheibe von 2004. Eigentlich waren sie nie wirklich weg, aber 4 Jahre Pause nach dem überragenden Blender und einem Wechsel des Labels ist es doch so etwas wie ein 'ah, die gibt's ja noch!
Bis Youth war Discipline Breakdown mein Lieblingswerk con CS, aber hier setzen sie m. E. noch einen drauf. Leider wissen wir heute, dass es zum großen kommerziellen Durchbruch auch mit diesem durchweg eingängigen Album wieder nicht reichte, was ich überhaupt nicht verstehen kann.
CS gehören für mich neben The Connells und Buffalo Tom zu den besten Alternative/Mainstream-Rockgruppen der 90er Jahre. Ed Roland ist ein begnadeter Songwriter, der es immer wieder schafft, harte Gitarrenriffs zu paaren mit samtweichen, eingängigen Melodien und akzeptablen Elektronikeinflüssen, die zum Teil an die 80er Jahre erinnern. Ein Song mag noch so verquer beginnen (z. B. General Attitude oder There's a way) - spätestens beim Refrain kommt eine Melodie dahergezaubert, die einen immer wieder erstaunen lässt.
Auch auf Youth ist das gelungen - und wie! Wer bei Better now nicht mitwippt, wer bei Under Heaven Skies oder How do you love nicht dahinschmelzt, dem ist nicht zu helfen. Him, Youth oder das hymnische Home - alle Songs hätten es verdient, öfters im Radio gespielt zu werden. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte mal ein CS-Song im Radio gehört habe, was nicht für die Qualität des Radios spricht - aber wem erzähl ich das.
Auf Youth ist kein einziger Aussetzer dabei, kein Skip-Song. Zugegeben: Die Musik ist nicht besonders anspruchsvoll, aber sie rockt, macht Spaß und gute Laune. Dabei ist sie nicht so aalglatt wie vieles andere, das sich im Bereich ALternative Rock tummelt und ganz wichtig: CS haben ihren ganz eigenen Stil, gepaart mit der markanten Stimme von Ed Roland. 3 Takte genügen und man erkennt einen CS-Song.
Absolute Kaufempfehlung für deren bisher bestes Album.