Als vor einem Jahr das Blues Album "Bingo" von Steve Miller erschien, dachte ich an eine Eintagsfliege nach dem Motto: Lange nichts von Mr. Miller gehört bringen wir doch mal ein Bluesalbum raus, war ja auch gerade in Mode (Cindy Lauper,Tom Jones,Tom Petty,Joe Cocker u.a.).
Aber nun gibt es doch ein folge Album "Let your Hair Down" ist der Titel.
10 Titel sind auf dem Album und wenn man das ltd.Edition Album erwirbt hat man 4 Titel extra die sich lohnen.
Wie bei dem Vorgänger, bedient sich Steve Miller aus dem reichhaltigen Blues-Katalog der Geschichte.
Ausgesucht hat er Titel die irgendwie auch zu seinem Stil passend sind. Er hat immer noch dieses "rockn' me - take the money and run" Rockelement drauf das nur er hat. Das er auch den Blues hervorragend spielen kann, kann man sich z.B. auf den Live Alben "King Biscuit Flower Hour Live in Washington" und King Biscuit Flower Hour Live in NYC" anhören, übrigens ganz wundervolle Alben mit alle Hits und viel Blues & Bluesrock.
Was ich Steve Miller gerne fragen würde, wer oder was ihn zu dem Album
Coverfoto inspiriert hat? Ein Hase auf einem kahlgeschorenen Schädel, offenbar hat er die Strickleiter benutzt um auf diese Aussichtsplattform zu gelangen.
Egal, das Album ist wieder etwas für alle die schon immer den ein oder anderen Bluessong einmal in einer andere Interpretation hören wollten oder eben für Steve Miller Fan's und alle die es werden wollen. Denn er macht seine Sache sehr gut. Alle Songs, auch wenn einige schon reichlich Patina angesetzt haben, klingen als ob sie Frisch aus der Presse kommen, ohne Staub angesetzt zu haben und sind ohne zuviel Respekt vor dem Original eingespielt worden.
Alle Songs klingen nach Steve Miller, und das ist gut so.
Bei einigen Songs könnte man doch tatsächlich denken sie seien Miller Originale, klingen so ganz und gar nach der guten alten Steve Miller Band.
Ein Beispiel ist "no more doggin'" mit dieser unnachahmlichen Schrammelgitarre ala Mr.Miller. oder auch Pretty Thing, klingt wie Bo Diddley meets Steve Miller. Aus dem sehr guten Song von Jimmy McCracklin (der viel zu wenig gespielt wird) macht Steve Miller einen feinen Rock'n'Roll.
Ein kleines Manko gibt es dann doch noch, mit 14 Songs ist das Album gut bestückt aber es kommen nur knapp 42 Minuten dabei heraus.
Im Auto, auf langer Fahrt, klingt es richtig gut, Highway tauglich kann ich nur sagen!