Aus der Amazon.de-Redaktion
Regisseur John Dahl (Red Rock West, Unforgettable) führt die Figur des Killers behutsam ein. Das ist wichtig um die Glaubwürdigkeit des Films nicht zu unterminieren. Schließlich geht es um die persönlichen Probleme eines Mörders, oder mit anderen Worten: auch wenn man andere Menschen ins Jenseits befördert bleibt man selbst immer noch ein Mensch.
Frank Felendzyk (Ben Kingsley) trinkt gewöhnlich schon zum Frühstück eine halbe Flasche Vodka. Als er den Gangsterboss (Dennis Farina) der rivalisierenden irischen Mafia ausknipsen soll, vermasselt Frank den Job. Sein eigener Boss (Philip Baker Hall) ist nicht gerade "amused" über das Versagen des zittrigen Alkoholikers. Er redet Frank "gut" zu und verbannt ihn nach San Francisco. Dort muss er sich den Anonymen Alkoholikern anschliessen, bekommt einen schwulen Sponsor (Luke Wilson) zugeteilt und findet einen Job bei einem Beerdigungsinstitut. Und er lernt mit der knallharten Geschäftsfrau Laurel Pearson (Téa Leoni) eine deutlich jüngere Frau kennen, die sich in ihn verliebt. Natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis Frank wieder in sein altes Leben zurückgezwungen wird. Die Frage lautet: ist Frank wieder ganz der Alte?
John Dahl ist mit einigen sehr gelungenen Neo-Noir-Thrillern bekannt geworden. Unter anderem der großartige The Last Seduction aus dem Jahr 1994. Und auch wenn es in den vergangenen 10 Jahren eine wenig still um ihn geworden ist, ist John Dahl nach wie vor ein guter Regisseur. Seine Inszenierung in You kill me wirkt unangestrengt; die im Stoff angelegte Absurdität der Hauptfigur benutzt Dahl um eine Identifikationsebene zum Zuschauer herzustellen. Das gelingt ausgezeichnet. Auf der anderen Seite galt es auch den Realismus der Geschichte zu würdigen, der sich im Bandenkrieg zwischen polnisch- und irischstämmigen in Buffalo ausdrückt. Ben Kingsleys lebendige Präsenz, seine Wahrhaftigkeit und Bodenständigkeit, korrespondieren hervorragend mit Téa Leonis warmherziger Aura. Die Chemie zwischen den beiden wichtigsten Figuren des Films macht You kill me erst zu einem wirklich gelungenen Erlebnis. Der Film will nicht die Welt verändern, aber manchmal ist weniger gerade Richtig; zum Beispiel für einen regnerischen Sonntagvormittag im Bett. --Thomas Reuthebuch
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Eine gute DVD mit intensiven Farben, aber etwas magerem Kontrast. Der Ton ist durchschnittlich ausgefallen. Beim Bonusmaterial überzeugt der Audiokommentar.
Bild: Während die Farbpalette sehr schön geformt ist und warme Töne dominieren, hat der Kontrast doch zu kämpfen. So gibt es immer wieder Überstrahlen (Kingsleys Kopf bei 00:15:31 oder Unterhemd bei 00:56:05) ebenso wie schwarze Elemente, die konturenlos daherkommen (Kleidung bei 00:29:08). Rauschen ist in variabler Form vorhanden. Zumeist fällt es gar nicht auf, in manchen dunkleren Szenen wird es jedoch gut erkennbar (00:52:14). Die Kompression schlägt sich gut, die Schärfewiedergabe weiß zu gefallen.
Ton: Der deutsche Ton klingt insgesamt etwas klarer und ist besser verständlich. Der Unterschied zwischen DD 5.1 und DTS ist zwar eher marginaler Natur, manchmal aber erkennbar. Die hinteren Lautsprecher werden nur bisweilen effektiv eingesetzt. Ansonsten ist der Film eher frontlastig, arbeitet aber mit der Musik sehr schön.
Extras: Der Audiokommentar von John Dahl und den Drehbuchautoren ist informativ ausgefallen. Die Behind the Scenes sind kurz und knackig. Interessant ist die Featurette über die visuellen Effekte, die im Film gar nicht auffallen. Der Trailer liegt in deutscher und englischer Sprache vor. --movieman.de