Ich gebe es offen zu, ich bin kein Fan von Jermaine Jackson, daher habe ich auch lange überlegt, ob ich mir dieses Buch denn nun kaufen soll oder nicht. Nach langer Überlegung und einigen doch positiven Kommentaren durch andere Fans von Michael Jackson, habe ich mich dann doch dazu entschieden, mir das Buch zu besorgen. Gespannt begann ich es auch sofort zu lesen und schon nach den ersten Kapiteln war klar, diesen Kauf würde ich gewiss nicht bereuen.
Viele Bücher wurden geschrieben über Michael Jackson. Während er lebte und besonders nachdem er gestorben war. Es gab zahllose Gerüchte um den größten Entertainer der Welt, doch kein Buch hatte wirklich einen Einblick geboten, wie Michael Jackson denn als Mensch wirklich war. Da hörte man die Gerüchte über eine Medikamentensucht (die tragischerweise selbst von einigen Familienmitgliedern gepusht wurden), Gerüchte darüber, wie komisch Michael Jackson doch war und Gerüchte über seine Beziehungen zu Kindern. Im Speziellen zu Jungen.
Ich habe mir in all dieser Zeit immer ein Buch gewünscht, das Michael einmal weniger als Star zeigt, sondern viel mehr als Mensch und ich gebe zu, ich war nahezu geschockt, dass ausgerechnet Jermaine genau dieses Buch schreibt, auf das ich persönlich so lange gewartet habe. Ich hatte es nicht von ihm erwartet. Jermaine erzählt von den Kindertagen in Gary/Indiana, als sie Wettrennen in Einkaufswägen gemacht, oder Seifenkisten gebastelt haben. Er erzählt von der Gründung der Jackson 5 bis hin zur letzten, großen Tour, die die Brüder gemeinsam gaben und immer findet er liebevolle Worte für seinen kleinen Bruder Michael. Gespickt mit kleinen Anekdoten, räumt Jermaine auch immer wieder mit den verschiedensten Gerüchten auf. Egal ob es die Brüder allgemein, oder Michael alleine betrifft. So stellt er sofort klar, dass Michael sich nicht gebleicht hat, um weiß zu werden und erwähnt sogar, dass er selbst ebenfalls unter der Hautkrankheit Vitiligo litt, die sich bei ihm jedoch nie so heftig ausbreitete, wie bei Michael.
Besonders überrascht war ich von Jermaines Willen sich selbst ebenfalls zu kritisieren. So erzählt er von der Entstehungsgeschichte seines Songs "Word to the badd" und gibt durchaus zu, einen riesengroßen Fehler gemacht zu haben. Er kritisiert auch Michael durchaus und das auch zu Recht, denke ich, denn auch Michael war nicht immer perfekt, denn das ist niemand von uns, aber er erkennt, dass dieser Song dennoch mit nichts zu rechtfertigen war und ist. Allerdings betont er auch, dass er selbst nie vor hatte diesen Song zu veröffentlichen und ich glaube ihm.
Was mich wiederrum am meisten beeindruckt hat war die Tatsache, dass Jermaine sich gegen die Aussagen seiner Schwestern Rebbie und Janet und anderen Familienmitgliedern stellt, die von jahrelangen Medikamentenproblemen Michaels sprachen. Wie LaToya in ihrem Buch "Starting Over" erzählt Jermaine von einer geplanten Intervention, bei der die Geschwister gemeinsam mit einem Arzt nach Neverland fuhren, um Michael zu helfen. Sowohl LaToya als auch Jermaine berichten, dass sie alle eingestehen mussten, dass es Michael ganz offensichtlich gut ging und selbst der mitgebrachte Arzt keinerlei Grund zum Eingreifen sah.
Emotional wird es natürlich am Ende des Buches als Jermaine beschreibt, wie er von dem Tod seines Bruders erfuhr und wie er sich von ihm verabschiedete. An diesen Stellen habe ich geweint wie schon lange nicht mehr.
Etwas mit Vorsicht zu genießen sind womöglich die Aussagen bezüglich den Proben und was hinter den Kulissen ablief, denn Jermaine beruft sich hier auf Aussagen von Personen, die er nicht namentlich erwähnt. Dennoch glaube ich ihm, dass diese Personen ihm die Dinge genau so geschildert haben, wie er sie beschreibt und es ist auch nicht zu übersehen, dass am Ende nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein kann.
Fazit:
Bisher das beste Buch, das ich über Michael Jackson gelesen habe.