Wer zum ersten Mal den hypnotischen Anfang von "Fun for me", dem Opener des furiosen Moloko-Debüts hört, wird die Platte vermutlich nicht mehr aus den Hirnwindungen kriegen. Wann hat man jemals solche hyperfetten Moog-Bässe gehört? Ein Geniestreich, mit dem sich Moloko neben Portishead, Lamb, Massive Attack und Morcheeba als einer der Eckpfeiler des Trip-hop etablieren konnten.
Und wann war Kommerz jemals so Avantgarde. Wunderbare Songideen werden respektlos mit den wildesten Klangideen und Sound-Schnipseln verziert, schräge Interludes pfeifen auf herkömmliche Songstrukturen. Das ganze erinnert ein wenig an die Bubblegum-Erzeugnisse der japanischen Popszene. Davor retten sich Moloko aber gekonnt, indem sie die Spielereien mit stringenten Loops und hypnotischen Hooks zusammenhalten. So entstanden Meisterwerke wie das vielschichtige "Day for night", das funkige "Dominoid", "Party weirdo" mit seiner plastic-sixties Atmosphäre, und das grandios reduzierte "Where is the what ...".
Über allem trohnt die eigenwillige Stimme von Roisin Murphy, mal kühl wie ein Roboter, mal einschmeichelnd wie eine Hollywood Diva breitet sie ihre durchgeknallten Texte vor dem Hörer aus. Dieser abgedrehte Cocktail macht ungeheuer viel Spaß weil er sich so viel traut, und das die CD das Zeug zum Klassiker hat ist längst klar - ich höre sie immer noch ohne den Funken einer Ermüdungserscheinung.