Wie schon bei „Dead Air for Radios" drängt sich auch bei Kevin Moores Zweitwerk wieder einmal die Frage auf, was er jemals bei einer Band wie DREAM THEATER verloren hatte, für die er fast ein Jahrzehnt lang die Keyboards bearbeitete. Äonenweit entfernt von verfrickelten High Speed-Duellen mit Petruccis Gitarre fließt auch „You go now" wieder irgendwie verträumt und sehnsüchtig aus den Boxen, und bereits beim fast schon triphop-mäßigen Opener fühlt man sich wieder so, wie einen das atmosphärische Debüt zurückgelassen hat. Apropos Trip Hop: „When you drive" klingt so sehr nach Bristol, daß man sich fast schon fragen muß, ob der gute Kevin die Sonne Kaliforniens nicht vielleicht gegen das graue Regenwetter Englands eingetauscht hat, und auch „Astronaut Down" hat irgendwas Britisches. Naja, vielleicht kommt es ja doch nicht von ungefähr, dass man sich bei Moores Stimme immer wieder angenehm an Peter Gabriel erinnert fühlt. Wer entspannte Musik für lange Autofahrten und/oder wehmütig träumerische Kopfhörerkost à la THE GATHERINGS „How to measure a planet?" sucht, sollte sich „You go now" einmal zu Gemüte führen.