Schon das erste Album von Franz Ferdinand war einfach gut, und im Gegensatz zu anderen Bands mit fulminanten Debuts legen Franz Ferdinand mit "You Could Have It So Much Better" noch ein Brikett drauf. "You Could Have It So Much Better" ist Brit-Pop vom Allerfeinsten, musikalisch ausgebufft, abwechslungsreich, aber ohne selbstverliebtes Getue. Jeder Song hat seinen eigenen Charakter, hat seine Linie. Die Jungs zeigen, was sie können, greifen Wave und Punk genauso auf wie Balladenanklänge, Rockabilly und Gitarrenrock, und das Ergebnis ist unwiderstehlich.
Franz Ferdinand haben aber nicht nur unzählbar viele Ideen, sondern auch diesen Instinkt, wie Musik klingen muss. Den hat man, oder man hat ihn nicht. Die 13 Songs auf dieser CD machen schon beim ersten Hören klar, welchem Lager Franz Ferdinand zuzurechnen sind.
"You Could Have It So Much Better" hat mehr zu bieten als "nur" Musik mit viel Drive und dem ein oder anderen hinterhältigen Songtext (sind alle im Booklet abgedruckt) -- man kann diese CD immer wieder hören, weil unglaublich viele Ideen drinstecken, und bei alledem klingt das Ganze wie aus einem Guss, locker und unangestrengt. Melodischer Rock mit Ecken und Kanten bildet die solide Grundlage für all das, was hier abgeht: Rhythmuswechsel, wo man sie nicht erwartet und dementsprechend "aufwacht" zum Beispiel (etwa in "Well That Was Easy" oder "I'm Your Villain"), oder Melodien mit viel Drive (z.B. "Walk Away"). Toll ist auch "Eleanor Put Your Boots On" mit seinen deutlichen Beatles-Anleihen (Der Name "Eleanor" dürfte nicht zufällig gewählt sein...), und der Song wirkt nicht wie ein müder Abklatsch, sondern lässt einen ahnen, wie die Beatles anno 2005 geklungen hätten. -- Oder gleich die ersten Takte von "I'm Your Villain", dieses herrliche Zusammenspiel eines genial einfachen Gitarrenriffs mit dem Schlagzeuger. Oder, nach dem kompromisslos spröden Titelsong, das melodische, ironisch sanfte "Let's Fade Together" mit diesem wunderbaren Piano. Oder das rundum perfekte "What You Meant" -- aber "rundum perfekt" kann man hier eigentlich alles nennen.
Durchhänger gibt's hier absolut keinen, ein Song ist besser als der andere, und egal ob eher verschärfter Gitarrenrock oder eher sanfte Balladen -- das Album hat eine klare Linie und groovt und groovt...
-- You couldn't have done it much better, Franz Ferdinand!