Bei mittelmäßigen Filmen merkt man als geübter Zuschauer immer: aha, in zwei Sekunden endet die Szene und die nächste beginnt. Bei "You can count on me" kann man darauf zählen, dass jede Szene immer ein bisschen früher aufhört als erwartet. Das beginnt schon vor dem Vorspann: man glaubt, man wird jetzt hören, wie die Protagonistin (damals als junges Mädchen) die Nachricht vom Tode ihrer Eltern bekommt, aber der Polizist öffnet bloß seinen Mund - und Schnitt! Das ist gut! Dieses sich durch den ganzen Film ziehende Stilmittel verleiht ihm Kurzweiligkeit und ermöglicht, dass mehr Inhalt in den 100 Minuten untergebracht werden kann.
Erzählt wird eine unspektakuläre, sympathische Familiengeschichte. Die Schauspieler haben erfrischend unabgenutzte Gesichter. Für Rory Culkin, den jüngsten der drei Culkin-Brüder, war es die erste Charakterrolle. (Seinen Mini-Auftritt als Kleinkind in "Richie Rich"(1994) kann man ja nicht mitzählen.)Frühestens mit "Signs - Zeichen" und spätestens mit "Mean Creek" hat Rory bewiesen, dass er von den schauspielenden Culkin-Jungs der Talentierteste ist - und in "You can count on me" war dieser Trend bereits abzusehen.
Die DVD hat zwar sehr wenig Extras (1 US-Trailer, Filmografien, Auszeichnungen-Liste), hat aber einer TV-Ausstrahlung den Vorteil voraus, dass der komplette Nachspann genossen werden kann, in dem Steve Earle den wunderwunderschönen Folk Song "Pilgrim" (aus seinem 99er Bluegrass-Album "The Mountain") singt.
Fazit: Zu Herzen gehender, makelloser und heiterer Familienfilm. Richtig toll!