Dreieinhalb Jahre nach "Harmonizer" haben Apoptygma Berzerk mit "You And Me Against The World" einen drastischen musikalischen Sprung gewagt, der es schwer macht, Vergleiche mit den bisherigen Alben heranzuziehen. In erster Linie fallen natürlich die rockigen Gitarrenklänge auf, die den APB-Sound jetzt in ein neues Licht rücken, am besten zu beschreiben als melodischer Electro-Rock. Obwohl wir Gitarrenklänge schon von der Liveumsetzung bisheriger Stücke gewohnt sind, wird mit dem neuen Album nochmal eins draufgelegt, sie stehen jetzt mehr im Mittelpunkt, was am deutlichsten die gewaltig rockende Nummer "Maze" zeigt. Das dies gut in Verbindung mit Stephans starken Vocals und melodischen Synthieklängen funktioniert, beweisen hymnisch-eingängige Songs wie "Love To Blame", "Back On Track", die Vorab-Auskopplung "In This Together" oder auch die beiden Coverversionen von "Cambodia" (Kim Wilde) und "Shine On" (The House Of Love). Das wohl vielfältigste Stück auf "You And Me Against The World" ist das wavige "Tuning In To The Frequency Of Your Soul". Wer es etwas ruhiger mag, wird mit "You Keep Me From Breaking Apart", dem verträumten "Lost In Translation" oder dem rein elektronischen "Is Electronic Love To Blame?" zufriedengestellt. Was ich zu bemängeln habe ist, dass die Stücke insgesamt zu kurz ausfallen, da wäre viel mehr drin gewesen. Fazit: Alles in allem ist "You And Me Against The World" ein recht gelungenes Werk, das anfangs sicher etwas Zeit braucht, um sich an den neuen Apoptygma-Sound zu gewöhnen. Aber wenn man diese Hürde einmal überwunden hat, entfaltet es sich immer mehr ...