Erstmal, wenn Sie diese Bewertung lesen: ICH VERSTEHE IHRE BEDENKEN!
Ich verdiene mit der Fotografie mein Geld und überlege 10 mal bevor ich mir Equipment kaufe, das mich vielleicht enttäuschen könnte und einen Auftrag vielleicht ruiniert.
Ich habe seit Dezember 2011 überlegt, mir Video-Reviews angesehen und wieder gezögert.
Ein Blitz unter 100 € kann doch einfach nicht gut sein. IRRTUM!
Ich besitze ein paar SB-900 und ein paar SB-800 sowie ältere SB-26 und suchte nach einem weiteren Blitz, der sich in mein Setup integrieren kann, ohne größeren Aufwand in der Installation zu verursachen und seine Sache als 2. oder 3. Blitz gut macht. Dem wurde der YN-560 II mehr als gerecht.
Was gefällt mir nun so sehr:
- Integration ins CLS von Nikon ist recht unproblematisch. Im Modus S2 ignoriert der Yongnuo den Steuerblitz, des Master-Blitzes und feuert genau zum richtigen Zeitpunkt.
- An Funkauslösern funktioniert der Blitz genauso wie er soll. Da gibts nichts dazu zu sagen.
- Der Photo-Sensor ist der Hammer. Bei hellem Sonnenschein und nur durch den integrierten Blitz der Nikon D7000, konnte ich das Teil aus einer Entfernung von über 10 Metern auslösen, obwohl sich Personen zwischen mir und dem Blitz befanden. Das schafft nicht mal der SB-900 im Slave-Modus. Also, klar überlegen.
- Recycle-Zeit: Ich blitze selten mit voller Power (1/1) sondern bündle mehrere Blitze, die auf halber oder einem 32tel Power eingestellt sind. Der Yongnuo schaffte im praktischen Test, bei einer Hochzeit, betrieben mit 1500 Sanyo Akkus kürzere Recyclezeiten als der SB-26 und der SB-900, die beide auch auf 1/32 eingestellt waren. SUPER!
- Verarbeitung: Im direkten Vergleich, wirkt der YN-560 II ein wenig schlechter verarbeitet als die Konkurenz von NIKON und Canon. Der Kunststoff fühlt sich zerbrechlicher an. Im Praxistest - der Blitz ist mir zweimal aus der Hand und auf Beton gefallen - hat der Kunststoff jedoch gehalten. Auch Prima.
- Größe des Kopfes: Punkt 1: Integrierte Streuscheibe und Bounce-Card!! Perfekt. Der Diffusor-Dome des Nikon SB-900 passt perfekt auf den Yongnuo. Das heißt dür mich, dass ich nicht neue Domes kaufen muss. Prima. Die Größe des Blitzkopfs, ist der des SB-900 sehr ähnlich, einzig der Integrierte Reflektor wirkt etwas "seltsam" und nicht so hochwertig. Passt also gleich gut (also etwas schlechter als der SB800) in die Tasche.
- Bedienung: Der Yongnuo ist ein manueller Blitz, kann also nicht über das CLS von Nikon an der Kamera reguliert werden, soll er aber auch nicht, also ist das für mich kein Manko. Die Einstellungen, die man am 560 II vornehmen kann sind vielfältig (sogar innerhalb der Stufen in 0,3 Schritten regulierbar) und gehen, da wirklich, jede Funktion einen eigenen Knopf hat, unheimlich leicht von der Hand.
- Ready-Peep: Und das mag ich wirklich. Den Ready-Peep, der anzeigt dass der Blitz wieder bereit zum feuern ist, kann man ein und ausschalten und zwar mit einem Knopfdruck!! Nicht in irgendeinem Menü sondern einfach drauf drücken und schon stört er nicht bei Hochzeiten. Toll Toll Toll!!
- Mehr als genug Power: Der Yongnuo konnte die Schirmsoftbox von Lastolite wunderbar alleine so ausleuchten, dass sogar zur Mittagszeit genug Wums dahinter steckte um ein Gruppenportait von 2 Personen auszuleuchten. Hat mich gewundert. Auch hier kam wieder der Super-Photosensor positiv zur Geltung, der Sogar durch die Box durch den Steuerblitz erkannt hat! Sehr toll als Backup-Lösung, falls man mal seine Wizzards vergessen hat.
VORTEILE GEGENÜBER DEM SB-26:
- Bis 105 mm Zoombar. (SB26 nur bis 85)
- Leitzahl bei ISO 100 praktisch höher
- Leichter zu bedienen.
- Günstiger und neuer
Was mir noch verbesserungswürdig erscheint:
- Der Blitzfuß wirkt (weil kein Metallgewinde) nicht unbedingt zuverlässig, wenn man den Blitz an einem Lampenstativ in extremen Winkeln einsetzen will.
- Gehäuse: ich kann mir nicht helfen, es greift sich einfach seltsam an
- Schraubgewinde zum befestigen am Hot/Coldshoe. Seit ich den SB-900 habe, mag ich diese Links/Rechts-Verriegelungen einfach lieber als das Rädchen zum Drehen.
- Wenn die Weitwinkelstreuscheibe herausen ist, schaltet der Yongnuo nicht automatisch auf 24 mm sondern fährt auch ausgezoomt weiter. Kann interessante Effekte Liefern, verschwendet aber meistens nur Akku-Power. Sollte man vielleicht dran denken! Das sind aber alles Dinge, die den Blitz dann teurer machen würden und nicht unbedingt notwendig sind.
Wem empfehle ich diesen Blitz:
Jedem!
Für Anfänger ist der Blitz toll, da er manuell zu bedienen ist und so nicht für große Überraschungen sorgt, sondern genau das macht was man ihm sagt. So lernt man Blitzen.
Für Vortgeschrittene, da der Blitz als 2. oder 3. Licht toll ist und sich wunderbar in bestehende Setups integriert, sogar wenn man über den Photo-Sensor arbeitet.
Für Profis, weil der Blitz 1. ein super Backup-Blitz ist und man um den Preis von einem SB-900 glatt 4 bis 5 Yongnuos bekommt und wenn mal einer kaput wird, ists auch nicht so schlimm, da das Teil echt günstig ist.
Zusammenfassend kann ich sagen, diese Investition hat sich mehr als gelohnt und ich werde mir noch 2 bis 3 Weitere besorgen.
Ich hoffe ich konnte einige Zweifel zerstreuen und wünsche viel Spaß mit dem Teil, wie gesagt, ich finde es spitze!!