Beurteilt man Yogi Bär nach dem Trailer könnte man eine ziemlich flache Slapstick-Komödie erwarten. Der Film hat zum Glück aber doch etwas mehr Gehalt. Ein nett verpacktes, liebenswertes Pickenick für die ganze Familie mit einer (für solch einen Film) soliden Geschichte. Die albernen Trailermomente sind im Film wirklich gut kontextualisiert wenngleich man freilich keinen Anspruchsfilm erwarten sollte sondern eine kindgerechte Spaßkomödie.
Zur Animation:
Yogi, BooBoo und die Schildkröte sind sehr liebenswert und sympathisch animiert, allerdings erreichen sie nicht ganz die Qualität der Chipmunks-Animation was Ausdrucksstärke, Plastizität und Mimenspiel anbelangt. Gerade bei einem CGI-Realfilm-Crossover ist es wichtig, dass die Figuren sehr plastisch und dreidimensional rüberkommen und da fehlt bei Yogi Bär noch ein bischen Liebe zum Detail.
Zu den Schauspielern:
Anna Farris kennt man ja bereits aus den Scary Movie-Filmen als blonde Dumpfbacke. Hier darf sie endlich mal etwas mehr bieten, wenngleich es natürlich keine oscarreife Vorstellung ist. Tom Cavanagh macht eine gute Figur als symphatischer, gutherziger Parkranger.
Zur Prämisse:
Bereits zu Beginn des Filmes sind die sprechenden Bären Yogi und BooBoo den Hauptfiguren und der ganzen Welt bereits bestens bekannt. Das empfinde ich als die größte Schwäche des Filmes, hätte es doch durchaus Sinn gemacht, die zwei Bären neu einzuführen und den "Überraschungseffekt" auszukosten, dass diese sprechend und Körbe klauen können. Die Hauptfiguren und die Besucher des Parks nehmen das als selbstverständlich hin, was dem Humor dieser absurden Prämisse etwas abträglich ist.
Wieder darf ich an die Chipmunks erinnern. Der erste Film lebt ja geradezu von der abstrusen Idee, dass es sprechende und singende Chipmunks überhaupt gibt. Hier hat man bei Yogi Bär viel Spaßpotential verschenkt. Der Film wirkt deshalb auch ein wenig wie der zweite Teil einer Reihe und nicht wie ein Auftakt, in dem Yogi Bär und Boo Boo für eine neue Generation eingeführt werden.
Zur Story:
Nun ja, solide Familienunterhaltung mit ein bischen Ökobotschaft garniert eben. Aber wer erwartet schon eine kreative Meisterleistung?
Fazit:
Ein weiterer netter CGI-Realfilm-Mix, der nicht das Spaßniveau der Chipmunks erreicht, aber deutlich stärker ist als z.B. die Scooby Doo-Filme oder die drögen Garfield-Verfilmungen. Für Kinder und Familien ein sehenswerter Freizeitfilm aber kein unbedingtes Muss in Sachen CGI-Animation. Ebenfalls nett anzusehen ist der Roadrunner-Kurzfilm vor dem Hauptfilm als dreidimensionale Cartoon-Neuauflage...