Bei Yoga denkt ja so manch einer noch immer an einen verschrumpelten Yogi, der tagelang in unglaublicher Körperverrenkung in einem Erdloch hockt und sich ins Nirwana atmet. Aber immer mehr Menschen haben auch hier die wohltuende Wirkung der fernöstlichen Entspannungstechnik durch Körperübungen für sich entdeckt. Warum sollten nicht auch Kinder dafür zu begeistern sein? YogaKids wendet sich an Kinder und schlägt eine Menge Übungen für die Konzentrationssteigerung und ein gutes Körpergefühl vor. Kinder können sich bestens austoben und entspannen.
Was gleich auffällt, ist der gelungene Versuch, Kinder mit Yoga vertraut zu machen und Eltern zu zeigen, wie Eltern ihre Kinder für diese Körperphilosophie spielerisch interessieren können. Und auch und gerade wenn es für Erwachsene manchmal etwas merkwürdig aussieht, was Yogatreibende so mit ihrem Körper anstellen, für Kinder mit ihrem ausgeprägten Körpergefühl und Bewegungsdrang sind diese Übungen besonders spannend!
Dieses Buch besticht durch einfach verständliche Anleitungen und einen kinderfreundlichen Stil. Besonders geglückt ist die Ausrichtung auf 'tierische' Bewegungen. Alle Übungen werden schon durch ihre Titel spannend gemacht und gewinnen durch die kinderfreundliche Erklärung. Da gibt es den Schmetterling, der die Beine zum Flattern bringt, einen brüllenden Löwen, eine zischende Schlange, Affen, die sich lausen, einen Delfin, eine schwatzhafte Schildkröte oder einen Blubberfisch; und auch sonst geht es lustig zu in diesem Buch. Mal darf man sich zum Marmeladebrot verbiegen, mal ein Schaukelpferd mimen oder sich als Tarzan auf seine Brust trommeln und vieles mehr. Und wenn man zum Beispiel Kinder zeigt, wie man die Sonne kitzeln kann (eine ganz einfache aber lustige Übung), dann hat man ihr Interesse auch gleich auf seiner Seite. Wenn Kinder spielerisch mit den Übungen umgehen, wenn man als Geburtstagskuchenstück auf dem Boden sitzt oder sich in eine Brezel verbiegt, dann geht es einfach schon aufgrund der Namensgebungen lustig zu.
Es ist klar, dass diese Übungen zunächst mit den Eltern oder dem Opa gemacht werden sollten, um die Kinder auf den Geschmack zu bringen. Es ist schon schön, wenn dann ein Enkel zu einem kommt, um stolz eine der neuesten eingeübten Verbiegungen zu präsentieren, die man im Traum nicht (mehr) hinbekommt.
Man muss nicht gleich so weit gehen, hier von einer Therapie für Kinder sprechen zu wollen, aber dieses Buch beschert einfach Freude. Dass mehr Ausgeglichenheit und eine gesteigerte Konzentrationsfähigkeit automatisch die Folge sind, wird kaum jemand ernsthaft bezweifeln können.
Insgesamt für Kinder ein hervorragend geeigneter Einstieg ins Körperüben und Meditieren. Eltern oder Großeltern, die ihre Kinder gerne einmal als Vulkan, Adler oder als dösendes Dromedar sehen und mit den Kleinen aktiv sein und lachen wollen, werden durch dieses ungewöhnliche Yoga-Buch sicher einiges gewinnen.