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Das Buch von Ursula Karven, hat, wie der Titel schon andeutet einen eigenen Blickwinkel:
Yoga, um (in erster Linie) psychische Sorgen und Probleme besser zu verarbeiten.
Und in diesem Sinne ist es ein sehr helfendes, wertvolles Buch.
Denn die Autorin gibt zu Themen wie Depression, Trauer, Verlust, Selbstvertrauen neben hilfreichen Yogaübungen nicht theoretische psychische Ratschläge wie ein Psychologe oder Yoga-Therapeut, sondern beschreibt, wie sie als Betroffene (mit den professionellen Tipps, die sie erfahren hat) mit ihrem Problem umgegangen ist, und was ihr wie geholfen hat.
Dabei erhebt sie nie den Anspruch einer "Lösung des Problems" wie das gern in Selbsthilfebüchern die Praxis ist.
Vielmehr ist ihr bewußt, dass sie das ihr eingenes Schicksal nie vollständig verarbeiten wird.
So kann es dann auch nur um die bestmögliche Linderung bzw. Verbesserung der eigenen Situation und um die persönliche Weiterentwicklung und das pers. Wachstum gehen.
Ursula Karven erfindet in der Theorie das Rad nicht neu, aber für mich ist ihr Buch, weil es aus der Sicht einer Betroffenen geschrieben ist, eine große Hilfe und Unterstützung, im Gegensatz zu "blutleeren" Selbsthilfebüchern, die mit einer "vermeintlichen absoluten Logik" aufwarten.
Gleich zu Beginn schreibt sie: "Ich bin vom glücklichsten Zustand, den ich in meinem Leben hatte, direkt in die Hölle gekommen." Drei Seiten weiter stellt sie fest: "Und langsam habe ich es geschafft, mit Yoga und vielen Gesprächen mit Therapeuten meine Lebensenergie Stück für Stück zurückzugewinnen."
"Yoga für die Seele" ist eine überzeugende und ermutigende Darlegung, wie die aus Ulm stammende und in Los Angeles lebende Schauspielerin Ursula Karven ihren Weg aus Leid und Trauer fand.
Betrachtungen über Angst und Panik, Depressionen und traurige Stimmungen, Alterslosigkeit und innere Schönheit, praktische Yogaübungen und ein Interview mit ihrem Yogalehrer Paul Cabanis prägen das mit Zeichnungen (zu den Übungen) und Fotos (von Ursula Karven und ihrem Sohn Christopher) illustrierte Buch.
Die Möglichkeiten des Yoga werden (wie bei Turlington) überzeugend dargestellt, jedoch sind sie wiederum von der US-amerikanischen Yogaszene geprägt, was unter anderem dazu führt, dass Yoga mehrfach als Sportart bezeichnet ist, was der Fitness- und Bodybuilder-Mentalität der Amerikaner entsprechen mag, aber einer völlig falschen, weil extrem reduzierten Sicht und Kenntnis entspricht.
Den Hinweis, dass es sich im Buch um "leicht nachvollziehbare Übungen" handelt, können (fast) alle Leistungssportler ernst nehmen, alle anderen -insbesondere AnfängerInnen- sollten es besser bei der anregenden Lektüre belassen und für die Praxis eine qualifizierte Yogalehrerin oder einen ausgebildeten Yogalehrer aufsuchen - beziehungsweise besser geeignete Yoga-Praxisbücher zurate ziehen.
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