Schade,
als eingefleischte Esoterikerin freue ich mich immer über kritische Ansichten Außenstehender, doch leider berücksichtigt der Autor nicht, dass Weltanschauungen immer auch auf konkreter, erlebter Erfahrung beruhen. Genau an diesem Punkt wird's knifflig - denn wenn man innerhalb der katholischen/kirchlichen Weltanschauung bleibt, beschneidet man den eigenen Horizont und der Papst bleibt schön thronen auf dem Gehirnareal namens "Glauben". Und so kann man auch keinen echten Zugang finden, kein inneres Erkennen dessen, was die Welt zusammenhält und wie unterschiedliche Ansätze helfen können, einen eigenen Weg zu finden. Esoterik dagegen schließt auch Christentum ein (Gott ist immer noch Gott), differenziert aber, denn persönlicher Glauben ist naturgemäß individuell - auch in "der Kirche". Dies scheint C.P. bisher entgangen zu sein.
Esoterik hat m. E. mit Glauben wenig zu tun - Esoterik kann eher als Wissenschaft gesehen werden, beschreibend und um neue Erkenntnis ringend. Sie will das Unerklärliche erklären, und wie immer kann das Neue beängstigend sein, sogar richtig stressen. Die eigenen Denkmuster zu hinterfragen - diese Größe hat eben nicht jeder. Und so ist dieses Buch aus meiner Sicht reichlich frech.
1 Stern bekommt der Autor trotzdem, denn ich finde alles mir Wichtige erwähnt, was für eine außerordentlich gute Recherche spricht. Jetzt das Ganze noch mit Leben füllen - und schon hätten wir eine befriedigende inhaltliche Auseinandersetzung ;).