Handlung: Zunächst wird geschildert, wie das Universum, in dem die Handlung um Yiu spielt, entstanden ist.
Schließlich erledigt Yiu ihren ersten Auftrag und tötet die Nummer Zwei der Buddhistischen Reinkarnation.
Fazit: Mit der vorliegenden Ausgabe startet der Splitter Verlag die Hauptserie um die Auftragskillerin Yiu. Die Serie beginnt mit 69 atemberaubenden Seiten, die aber den Atem auf etwas andere Art und Weise rauben als sonst.
Weiß die Serie Yiu ansonsten mit reiner Aktion zu gefallen, brilliert dieser Band mit einem zeitlichen Abriss über 145 Jahre. Konsequent bauen die Autoren ein Szenario auf, in dem ein Krieg entsteht, eine gewaltige Naturkatastrophe hinzukommt und die verheerenden Entwicklungen noch begünstigt bis das neue Jerusalem schließlich entstanden ist. Gerade die globale Ausdehnung des Krieges, der in Europa beginnt, sich dann ausweitet und diesmal nicht vor den USA Halt macht. Hinzu kommt noch ein Zusammenbruch der asiatischen Wirtschaft, den die Menschheit mittelbar verursacht hat.
Auch die Militarisierung der christlichen Religion folgt einem Angriff auf den Vatikan.
Natürlich ist das, was die Autoren erzählen, reine Fiktion. Dennoch wirkt die Atmosphäre der Zeichnungen sowie die Zeittafeln, die die Historie fast schon im Zeitraffertempo zusammenfassen, beklemmen.
Dies liegt nicht zuletzt daran, dass das Szenario in Yiu durchaus historische Tatsachen miteinbezieht. Wie auch schon die ersten beiden Weltkriege entsteht der globale Krieg zunächst in Europa. Die globale Ausdehnung ist dann nicht nur konsequent geschildert, sondern macht praktisch erstmals auch nicht vor den USA Halt. Diese globale Ausdehnung ist natürlich bewusst gewählt, da das Yiu Universum ansonsten für diese Serie nicht funktionieren würde.
Wunderbar ist natürlich auch, dass der Zusammenbruch der asiatischen Wirtschaft ebenso die Ausdehnung des Krieges begünstigt. Wirtschaftliche Verhängnisse haben auch vor den beiden Weltkriegen eine nicht unwesentliche Rolle eingenommen. Dass dann eine Droge, die von den ausgebeuteten Technikern der asiatischen Allianz eingenommen wird, zumindest mittelbar auf dem Zusammenbruch der Wirtschaft basiert, stellt nicht nur Kritik an den heutigen Verhältnissen dar, sondern führt sie geradlinig und doch einfallsreich fort.
Auch die militärische Radikalisierung der Kirche, wie sie in der Geschichte oft zu verzeichnen war, wenn sie angegriffen wurde, ist eine folgerichtige Wendung und nicht zuletzt das Fundament des Yiu Universums schlechthin.
Erst der zweite Teil des vorliegenden Bandes erzählt dann eine Story, wie man sie als Leser aus der bekannten Yiu Serie kennt. Doch auch hier sind gewisse Unterschiede festzustellen. Das Gesicht Yius wird erstmals in einem großen Panel gezeigt. In der Jugendserie Yiu ist sie ständig in Bewegung, so dass weder Zeit noch Raum für solche Panels wäre.
Mit Sicherheit mag der eine oder andere Leser etwas überrascht sein, wenn er diesen Band liest, aber dass die Autoren erzählen, wie sich das Yiu Universum entwickelt hat, wird für die Gesamtserie und die Akzeptanz beim Leser enorm wichtig sein.
Ich freue mich ungemein auf Band 2!