Die Welt, in der die YIU-Comics spielen, ist düster, schmutzig, blutig und grausam. Wie schon in Band eins halten sich die Macher auch in "Die Auferstehung des Unreinen" nicht mit langwierigen Beschreibungen oder Charakterstudien auf, hier geht es ausschließlich um Action. Der Vorgänger hat einen sehr persönlichen Grund für Yius Handeln geliefert und eine gute Vorlage für die Hinterfragung von Menschen, Klonen und ihren Rechten geliefert, so dass man erwarteten würde, dass dieses Thema nun ausgebaut würde. Genau das Gegenteil ist leider der Fall. Von der vorangegangenen Story keine Spur, selbst Bezüge muss man nicht kennen, so dass dieser Band auch ohne jedes Vorwissen verständlich ist.
Zur Enttäuschung der Leser bleibt dabei leider auch die Handlung auf der Strecke. They, Vax und J.M. Vee haben sich alleine auf die Bilder konzentriert. Dabei sind atemberaubende Kampfszenen entstanden, die jedem Action-Fan allein ob ihrer detailreichen und qualitativ hochwertigen Ausarbeitung garantiert Freudentränen in die Augen treiben, wer aber von seinen Comics auch noch Hintergründe oder eine komplexe Story erwartet, der ist hier fehl am Platz. Yiu kämpft sich durch die Reihen ihrer Gegner und da sie selbst kein Interesse daran hat, ihre Mission zu hinterfragen, bleibt diese auch für den Leser weitestgehend unbekannt. Erst am Ende bekommt man ein AHA-Erlebnis, das allerdings nur in sehr kleiner Form für eine kritische Betrachtung herhalten kann. Diesmal werden die Religion und ihre fanatische Form in Frage gestellt.
Interessant scheint die Idee, japanische Kampfkunst mit einer vor Waffen und Technik strotzenden Zukunftsvision zu verbinden, aber auch dass ist nicht wirklich gelungen, wäre dafür doch extrem viel Potenzial da gewesen. Die fremde Kultur begegnet uns hauptsächlich in Nebenrollen, die nichts mit den Kämpfen zu tun haben.
So kann man abschließend zwar auch dem zweiten Band der YIU-Reihe nicht absprechen, dass er äußerst eindrucksvoll gezeichnet ist und die Kampfszenen voller Präzision umgesetzt wurden, aber leider fehlt eine gute Handlung und die Ausarbeitung der Charaktere.