Nachdem ich seit etwa 15 Jahren mit dem Yijing in seinen verschiedensten Übersetzungen (Wilhelm, Lynn, Karcher, Huang)arbeite, hatte ich in die erste groß angekündigte Neuübertragung ins Deutsche seit vielen Jahren große Hoffnungen gersetzt.
Doch leider wurden sie sehr enttäuscht. Diese Übertragung geht davon aus, daß die Mondphasen die "Urbilder" der Hexagramme sein sollen, eine Annahme, die nirgends in dem Buch schlüssig erklärt wird und mit der der Autor unter Sinologen alleine dasteht.
Scheinbar nach Belieben ordnet der Autor dem Originaltext verschiedene zu- und abnehmende Mondphasen zu und gefällt sich darin, das Yijing sozusagen "neu erfinden" zu wollen, bzw. einen bisher geheimen Schlüssel dafür entdeckt zu haben.
In der Praxis bewährt sich diese Übertragung nicht wirklich, und der dauernde Bezug auf den Mond (auf jeder einzelnen Seite mindestens dreimal) lenkt vom eigentlichen Inhalt nur ab, und wirkt oft an den Haaren förmlich herbeigezerrt..
Leider kann ich nur zwei Punkte vergeben. Ich empfehle den guten alten Wilhelm oder für Englischsprachige Stephen Karchers "Total I Ching", wenn man mehr über die Mythologie und den schamanischen Urgrund aus der Entstehungszeit des Yijing erfahren will.