my revelations review: Gibt es heutzutage noch Bands, die den Rock'n'Roll im Blut haben? Die aus wenigen Zutaten wie Schweiß, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang sowie Orgel und Mundharmonika zeitlose Melodien voll Spaß und guter Laune zaubern können? Nun, nicht mehr oft, mag man sagen. Stimmt auch, solche Bands sind verdammt selten geworden. Ein seltenes Exemplar dieser Spezies stammt aus dem schönen München und nennt sich THE LUCKY PUNCH. Beim Boxen bezeichnet der "Lucky Punch" den K.O. eines der Kontrahenten nach einem einzigen, glücklichen Schlag. Glücklich natürlich für den, der stehen bleibt! Nicht ganz so heftig wie Faust in die Fresse schlagen auch THE LUCKY PUNCH zu. Und zwar so, wie das auch in den 1960er- und 70er Jahren lief. Nicht so schnell, nicht so hektisch, eher melodiös und auf Songdienlichkeit bedacht. Nach "Kick Up A Hullabaloo" (2004) und "Join Our Cruise" (2006) behalten THE LUCKY PUNCH den zuvor eingeschlagenen Weg bei und pfeifen auch im Jahre 2009 auf modernen Schnickschnack wie Drumcomputer, Loops, Keyboards etc. THE LUCKY PUNCH haben mit ihrem aktuellen Werk den Gipfel ihrer Kreativität noch nicht erreicht, aber man erkennt, dass sie auf dem Weg dahin sind. Alle Freunde handgemachten Rock'n'Rolls können hier ohne Zögern zugreifen, allerdings sollten sie bei der Musik großzügig sein- denn den einen oder andere netwas schalen Moment haben die vier Bajuwaren auf "Yield To Temptation" durchaus versteckt. Egal, wer noch Bock auf Sommer und Sonne hat, kann sich beides hiermit noch etwas länger bewahren als der Rest der Republik.
music.ch review: roz. Die Münchner The Lucky Punch haben auf ihrem dritten Album definitiv ihren Sound gefunden. Es ist oldschooliger Rock mit Funkanleihen, der von den wildesten Bands der 60er und 70er beeinflusst ist. Das Ganze kommt sehr frisch und frech daher. Die 13 Songs auf "Yield To Temptation" sind alles andere als Glückstreffer. Da steckt Arbeit dahinter, das ist handgemachter, schnörkelloser Rock'n'Roll, der in die Beine geht. Die Songs sind pfiffig komponiert und preschen mit viel Energie los. Der schweisstreibende Sound gönnt Tanzwilligen kaum eine Pause. Die ansteckenden Gute-Laune-Melodien zaubern jedem Hörer ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht. The Lucky Punch schlagen zu. Und wie.
obliveon review: Es ist schon erstaunlich wie stark die Sounds der 60er/70er Jahre wieder in Mode gekommen sind in der Rockszene. Immer mehr junge Bands entdecken die alten Meisterwerke von Künstlern wie „Led Zeppelin“, „Deep Purple“, „Jimi Hendrix“ oder auch „The Doors“ und verarbeiten diese Einflüsse in ihrer Musik. So kam es, dass in den letzten Jahren Bands wie „Wolfmother“, „Black Stone Cherry“, „The Answer“ oder auch „The Parlor Mob“ mit ihren teilweise wirklich sehr guten Alben auf sich aufmerksam machen konnten und so einen Gegenpol zu den immer steriler klingenden Alben der heutigen Zeit setzten konnten. Auch The Lucky Punch aus München gehören zu den Bands die sich von den Anfangstagen des Rocks sehr stark beeinflussen ließen und nun mit „Yield To Temptation“ ihr drittes Album vorlegen. Im Gegensatz zu den vorher genannten Bands, die ja doch eher von den härter klingenden Bands der damaligen Zeit beeinflusst wurden, setzt man aber eher auf die ruhigeren Elemente des Rocks und verzichtet weitestgehend auf härtere Riffs und Passagen. Bei The Lucky Punch stehen deutlich mehr Eingängigkeit und Melodie im Vordergrund. So setzt man auf eine Mischung die sowohl aus klassischen Rockelementen besteht, aber ihre Wurzeln aber durchaus auch im Blues oder auch Southern Rock hat. So kann man teilweise gerade bei einigen Gitarrenleads doch auch Bands wie die „Allmann Brothers Band“ oder auch „Lynyrd Skynyrd“ heraushören. Dabei gelingt es den Münchnern ihr Album recht abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Auch wenn nicht jeder Song ein Volltreffer ist, so besitzen Songs wie das sehr eingängige „My Stereo“, das sehr rockige und starke „Snitch“ , das mit Mundharmonika veredelte „Refreshed“ oder das sehr Southern Rock beeinflusste „On The Damn Train Again“ doch einen gewissen Charme und auch einen gewissen Widererkennungswert und wissen durchaus zu gefallen, was nicht zuletzt an der guten musikalischen Umsetzung liegt. Zwar fehlen bei ein paar Songs so ein wenig die Ecken und Kanten die Musik manchmal braucht, und manche Lieder klingen vielleicht etwas zu glatt. Aber im Ganzen ist „Yield To Temptation“ doch ein sehr interessantes Album geworden. Vielleicht nicht unbedingt was für die Fans des härteren Rock, aber wer auf guten hausgemachten Rock steht, der macht hier nicht viel falsch.
Das Münchener Quartett THE LUCKY PUNCH konnte bis vor kurzem noch von sich behaupten, bereits die beiden Studioalben ’Kick It Up A Hullabaloo’ (Juni 2004) und ’Join Our Cruise’ (September 2006), sowie zwei Samplerbeiträge und eine Split-CD auf seiner Veröffentlichungsliste stehen zu haben. Damit hat es nun ein Ende, denn diese Aufstellung ist nicht mehr aktuell. Der Grund dafür besteht schlicht und ergreifend darin, dass seit einigen Wochen der dritte Langspieler ’Yield To Temptation’ der Öffentlichkeit zugänglich ist.
Auf ’Yield To Temptation’ befassen sich THE LUCKY PUNCH im Zuge ihrer 13 Eigenkompositionen vor allem mit Rock’n’Roll und Rock (unüberhörbar beeinflusst von Vorbildern aus den 1960er und 1970er Jahren). Dazu kommen dann noch Punk, etwas Psychedelic und ein wenig Blues. Die Stücke strotzen streckenweise nur so vor Originalität und Spielwitz. Die Nummern haben schön schräge Momente, sind unkonventionell und abwechslungsreich, laden zum Mitwippen oder mehr ein und machen dem Hörer insgesamt schon einiges an Spaß.
Die Bewohner der bayerischen Landeshauptstadt verfügen übrigens, so ganz nebenbei bemerkt, nicht nur über Studioerfahrung, sondern sind auch auf dem Live-Sektor längst keine Frischlinge mehr. So supporteten sie zum Beispiel schon MONSTER MAGNET, MOTÖRHEAD, THE HELLACOPTERS und THE HIVES. Deutschland, Spanien, Schweden, Frankreich, die Schweiz und Österreich machten sie mit den FLAMING SIDEBURNS und weiteren Bands unsicher. Nachdem ’Join Our Cruise’ erschienen war, erhielten sie sogar die einmalige Gelegenheit zu einer dreiwöchigen Gastspielreise durch China. Den dabei entstandenen Dokumentarfilm können Interessenten auf YouTube bewundern. Nicht sonderlich überraschend also, dass THE LUCKY PUNCH eine geschlossene, technisch versierte und hervorragend aufeinander eingespielte Einheit bilden, was man ’Yield To Temptation’ natürlich anhört.
Die vier Jungs aus München können mich mit ’Yield To Temptation’ zwar noch nicht über die Gesamtdistanz nachhaltig beeindrucken, landen jedoch einige Treffer. THE LUCKY PUNCH haben ohne Zweifel Potential und sollten ihren Weg machen, sofern sie die Originalität in ihrem Songwriting steigern können und auch in Zukunft auf der Bühne, so wie bisher, aktiv bleiben.
Michael Koenig, (Artikelliste), 19.11.2009 - hooked-on-music.de
review von musix.de oktober 2009
Wenn man nicht wüsste, dass The Lucky Punch aus Deutschland stammen, würde man sie mit ihrem souligen Groove’n’Roll instinktiv nach Schweden und zwischen Bands wie The Hives und The Hellacopters einordnen. So funky Retro-Rock zwischen 60er Garagen- und 70er Porno-Sounds hat man bis jetzt eher selten aus deutschen Landen gehört. Klar haben wir Bands wie Boozed, aber The Lucky Punch gehen es nicht so schweine- und haudraufmäßig an, sondern mit mehr Gefühl klassisch rock’n’rollig.