Wer die bisherigen Bücher von Moore kennt, weiss was ihn in seinem neuesten Werk erwartet: Michael geht auf diverse Themen ein, die ihm am Herzen liegen und versucht auf locker, flockige Art und Weise diverse Zusammenhänge zu erklären. Dieses Buch versteht sich wirklich als "Guide", denn nach fünf "normalen" Kapiteln folgt ein endlos langes mit diversen Kandidaten, die er für die beiden politischen Häuser der USA vorschlägt. Für mich persönlich ist dieser über 50 Seiten lange Teil der grosse Schwachpunkt - er ist einfach nicht interessant genug und mehr oder weniger ein langer, schier endloser Leerlauf. Ich kann mir selber schon denken, dass viele der republikanischen Politiker Dreck am Stecken haben (natürlich genau so wie ihre demokratischen "Widersacher"), aber jede einzelne "Chance" für einen erkämpfbaren Sitz zu nennen ist zu viel des Guten.
Ausserdem krankt das Buch natürlich daran, dass es nun auch schon ein paar Monate auf dem Buckel hat seit es geschrieben wurde, eine Zeit in der sich einige Dinge stark geändert haben, nicht zu letzt schlägt Moore vor, dass man in Alaska durchaus Sitze holen könnte - was aber nach der Nominierung von Palin eher unwahrscheinlich erscheint.
Ebenfalls wirkt die Traumtänzerei, dass man nach dem Abschluss ihrer Amtszeit die aktuellen Amtsinhaber in Bushs Regierung in Handschellen und an ihnen ein Exempel statuieren würde, eher langezogen und unnötig. Wäre man stattdessen darauf eingegangen was zum Beispiel einem Dick Cheney alles angelastet wird, dann hätte es ein intressantes Kapitel werden können. So bleibt es eine oberflächliche Anklage und eine vergebene Chance.
Alles in allem hätte ich einfach mehr "brauchbaren" Inhalt erwartet, der normale Teil ist meistens gut zu lesen und wird jedem gefallen, der Moore sonst auch mag, der überlange Kandidatenguide dagegen zieht die Wertung deutlich nach unten.