Nach ihrem erfolgreichen und gleichnamigem Debüt-Album "The Dresden Dolls" im Jahre 2004 erscheint jetzt endlich nach zwei Jahren Wartezeit der Anschluss mit "Yes, Virginia"!
Es folgt für den geneigten Hörer eine Geschichte über Liebe, Sex, und dem ersten Orgasmus, erzählt mit Dramaturgie und ohne kitschige Klischees. Aber ohne viel drum rum zu reden, kommen wir gleich zum Thema...
Songs wie „Delilah“, „Backstabber“, „Mandy Goes To Med School“, „Modern Moonlight“, „Dirty Business“ oder „Sing“ überzeugen mit ihrer Klangart, dem Klavierspiel, der Stimme und dem Text. (Ja ich weiß, ich bin Textbesessen, aber ist der Text schlecht, kann eben die gesamte Atmosphäre eines Liedes zerstört werden. Das heißt, wenn der Text nicht wirklich so geplant war.)
Die Stimme von Sängerin Amanda ist noch immer sehr liebreizend und man wird förmlich dazu hingerissen, mitzusingen und wenn man doch nicht mitsingt, dann summt man eben. Egal ob der Song schneller ist, wie „Dirty Business“ oder wie das sehr ruhige und eingängige „Sing“, in dem der Hörer dazu aufgefordert wird, zu singen, ganz gleich was die anderen Leute sagen und ist damit sozusagen eine Aufforderung zur „Tu was du gerne tust, egal was ein anderer sagt!“ Mentalität.
Erstmalig gibt es jetzt auch in einigen Songs, an einigen Stellen, eine Akustikgitarre zu hören. Zuerst denkt man sich zwar „Dresden Dolls mit Instrumenten außer Klavier und Schlagwerk?“, aber man gewöhnt sich schnell daran und mag es dann auch nicht mehr ohne.
Man merkt auch, dass das Vorgängeralbum recht erfolgreich gewesen ist. Die neuen Tracks sind alle wesentlich sauberer, klarer und einfach besser produziert worden. Das tut dem Vorgängeralbum natürlich keinen Abbruch! "Yes, Virginia" ist jedenfalls ein wirklich würdiger Nachfolger, der für jeden Dresden Dolls Fan einfach nur ein Pflichtkauf ist, denn das Geld ist mit der CD wirklich sehr gut angelegt.
Fakt ist: So viel Gefühl und Leidenschaft, die man auch wirklich ernst nehmen kann, gibt es nicht allzu oft. Schon gar nicht in der heutigen Zeit, wo Geld wichtiger ist als Kunst. Es tut mir leid, aber ich kann dieser CD nichts, absolut nichts schlechtes abgewinnen. Für mich persönlich ist „Yes, Virginia“ auf jeden fall einer der musikalischen Höhepunkte dieses Jahres. Diese CD sticht definitiv aus dem langsam langweilig werdendem Musikalltag heraus und ich stehe absolut dazu, beim hören mancher Songs innerlich sentimental zu werden. ;)