In YES eröffnet das Hausmädchen die Szene. Sie berichtet, wie sich kleinste Partikel des Seelenlebens ihrer Hausherren in ihren Dingen festsetzen - wie der Schmerz, der noch in den Bettlaken hängt oder die Einsamkeit, die die Toilette heruntergespült wird.
Die Eheleute schreiben sich noch Zettel, meiden sich ansonsten und treffen im Haus nur zufällig aufeinander. Bis SIE, die etwas unterkühlte Naturwissenschaftlerin, IHN trifft, den ausländischen Koch und sie sich gegenseitig einer leidenschaftlichen Beziehung ausliefern. Dabei entdeckt sie bald, dass ihre kulturellen Unterschiede plötzlich wie Wände zwischen ihnen zu stehen scheinen und sie sich auf eine Reise zu ihrer eigenen Identität und in ihr Herz begeben muss, das sie schon lange nicht mehr wahrgenommen hat. Denn sie droht ihn aufgrund dessen zu verlieren, und der Tragweite dessen ist sie sich anfangs nicht bewusst. Viel zu sehr versteckt sie sich hinter westlichen Vorbehalten, die ihn in seinem Stolz kränken. Erst als es beinahe zu spät ist, macht sie sich auf und entdeckt ihr eigenes Leben, das sie zuvor noch nicht kannte'.
Sally Potters ('Orlando', 'Stürmische Zeiten') Parabel auf die Identität unserer Zeit ist ein Hymnus auf die Vielschichtigkeit menschlichen Lebens. Dazu trägt nicht nur die durchweg in Versmaß gesprochene Sprache bei, sondern vor allem die Leistung der beiden Hauptdarsteller Joan Allen und Simon Abkarian, in ihren Rollen metaphorisch-schlicht als SHE und HE bezeichnet. Denn sie schaffen es, jede Situation und jede Mauer der Überwindung zu überstehen, auch wenn es so manche Veränderung der eigenen Person bedeutet. Und stets sind es die Putzfrauen, die sich zeigen, wenn das anatomische Gefühlsleben der Charaktere zu Tage tritt. Wenn am Ende das Hausmädchen feststellen muss: 'Es gibt kein NEIN, es gibt nur JA', dann sind einige der wundervollsten Minuten für den Betrachter zu Ende gegangen, die sein Leben nachhaltig bereichern werden.