"Yerself is Steam" ist der erste Longplayer von Mercury Rev von 1991, der mir bei erstmaligen Hören direkt nach dem Erscheinen sehr experimentell, verrückt und ungewöhnlich vorkam. Gekauft hatte ich die Platte, weil Jonathan Donahue und Dave Fridman (Flaming Lips Guitarist/Producer) mitspielten, deren Fan ich war. Auch nach gut 20 Jahren ist der erste Eindruck nicht gewichen. Mercury Rev waren zu diesem Zeitpunkt sehr viel vielseitiger als die Flaming Lips, dazu noch abwechslungsreicher und mit einem breiteren Klangteppich gesegnet. Merkwürdige Geräusche wurden in die Musik integriert, oft gibt auch eine Flöte den Ton an, darüber dann mächtige Gitarrenspuren. Bei einigen Songs pfeift und quietscht es an allen Ecken und Enden. Ruhige Passagen gehen ohne Vorwarnung in krachige Lärmwände über, wobei die Melodien nicht vernachlässigt werden. insgesamt sind es acht Tracks, die allesamt unter die Haut gehen. Als Bonus gibt es eine DVD mit 2 der frühen Videos, und das Album "Le go My Ego", einer Compilation mit etlichem, was die Band sonst noch so geschaffen hat (Peel Sessions, Liveaufnahmen) und ein langes Stück von Grasshopper für einen Soundtrack. Die meisten Stücke sind praktisch Alternativaufnahmen/Variationen Von Stücken auf "Yerself..",durchaus auch in längeren Versionen. Hier ist der Klang nicht immer ebenbürtig, die Instrumentierung steht dem Hauptwerk aber zumindest in Experimentierfreude und Wahnsinn in nichts nach.