Ein Sohn erzählt von seiner Mutter, die an der Alzheimer Krankheit dahinsiecht. Das Ganze spielt in Marokko, also in einem anderen Kulturkreis. Die Schrecken und Verwirrungen der Krankheit an sich sind ähnlich, doch der islamische Hintergrund gibt dem Leiden einen anderen Sinnhintergrund. Die Mutter ergibt sich geduldig ihrem Schicksal und nimmt in klaren Momenten alles als Allahs Willen hin. Der Sohn ist recht hilflos, versucht aber noch möglichst viel Zeit mit seiner Mutter zu verbringen. Durch zwei weibliche Angestellte kann die Mutter in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Das Miteinander ist jedoch spannungsgeladen und kostet viel Energie.
Der Autor schildert einfühlsam den allmählichen körperlichen, aber vor allem seelischen Verfall seiner Mutter. Das geschieht natürlich nicht unemotional. Er schreibt von den Vorbereitungen des Sterbens, dem Aussuchen der Grabesstätte, aber vor allem der Vorbereitung des finalen Abschiedes von der Frau, die ihm das Leben geschenkt hat.
Der Autor arbeitet parallel mit Rückblicken vor allem in die Jugend und das frühe Erwachsenenleben der Mutter, die mehrmals verheiratet war, erstmals mit 16 Jahren. Kurze, intensive Einblicke in eine vergangene Zeit.
Das Hörbuch ist durchgehend routiniert gelesen von Bernt Hahn. Die Frage, die sich jeder persönlich stellen sollte, ist ob er diesen Leidens-Weg mitgehen möchte. Die immanente religiöse Botschaft dürfte auch kontrovers zu betrachten sein. Für mich gab es darüber hinaus manche Längen und Wiederholungen beim Hören.