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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Untypisches, grandioses "Alterswerk" !, 15. Januar 2009
Nach Auflösung der Smiths hatte ich in den 90ern irgendwann die Nase voll von Morrissey. Er wirkte rückschrittlich auf mich, weil er nicht von seinem Weltschmerz abwich und musikalisch wenig Innovatives zu bieten hatte, trotz guter Alben wie "Vauxhall And I". Doch genau diese Unverwechselbarkeit habe ich 10 Jahre später wieder zu schätzen gelernt. "You Are The Quarry" war eine angenehme Überraschung. Es war gut, Morrissey wieder im Musikgeschäft zu haben. Und tatsächlich war er danach erfolgreicher denn je. England hat ihm seine Marotten vergeben. Seine Texte über Homosexualität, Fremdenfeindlichkeit und Königsverachtung schienen weit weg. Morrissey wird Stammkunde in den Charts.
Und doch ließen die beiden letzen Alben Dynamik und Aggressivität vermissen. "Ringleader Ot The Tormentors" etwa wirkte beinahe wie eine Parodie seiner selbst. "Years Of Refusal" hingegen holt auf. Es ist frisch, schnell, kampfeslustig und weniger resignativ als seine Vorgänger. "Something Is Squeezing .." gibt bereits das Tempo des Albums vor. Lediglich "You Were Good In Your Time" stimmt traurig-träge Klänge an. Auffällig sind die Einflüsse spanischer Gitarre in einigen Nummern. Aber auch viele Streicher bzw. Streichersynthies. Natürlich lassen sich zu fast jedem Lied auch Parallelen in Morrisseys Solo- und Band-Discografie finden. Aber hier ist verdammt gutes Material versammelt. Hörtipp: "Black Cloud", "Im Throwing My Arms Around Paris", "All You Need Is Me".
Empfehlung: Ich bin begeistert und auch überrascht. Morrissey hat uns hier eine starke Scheibe geliefert, viel energiegeladener als viele Alterswerke anderer Künstler. Bin auch gespannt auf das Konzert in Köln im Juni, denn Morrissey ist live ein Erlebnis. 5 Sterne von mir (nach langer Zeit) für Morrissey. Kaufen!
Fußnote: Ich halte nichts von Reunions, aber trotz meiner Begeisterung fehlt mir doch manchmal die feine Songtextur eines Johnny Marr. Die aber bleibt auch auf "Years Of Refusal" Vergangenheit. Ist vielleicht auch besser so.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Morrissey goes Rock!, 10. Juni 2009
Morrissey goes Rock! "Something is squeezing my skull" gehört neben "All you need is me" und "That's how people grow up" zu den hörerfreundlichen und tempobetonten Songs des aktuellen Albums. Harte und griffige Gitarrenriffs, verspielte Melodien ("Throwing my arms around Paris") und eine solide "Wall of Sound" untermauern eine - wie gewohnt- grandiose Gesangsleistung Morrisseys. Textlich stellt "Mama lay softly ..." einen Höhepunkt dar: Der für die Darstellung verschrobener Charaktäre bekannte Morrissey liefert eine düstere, nekro-romantische Hommage an die in den Selbstmord getriebene Mutter - Norman Bates lässt grüßen! Personelle Veränderungen seiner Band (die langjährigen Weggefährten Gary Day und Alan Whyte schieden aus, lediglich Boz Boorer ist seit 1991 eine feste Größe) schlagen sich in einem deutlich verjüngten Sound nieder: Es scheint, als ob der nunmehr 50 Lenze zählende Ex-Smiths Frontmann seiner schwindenden Jugend hinterher hechtet. Im Angesicht verzerrter Gitarren drängen sich Parallelen zum "Southpaw Grammar" Album auf, das seinerzeit in der Hörergunst durchfiel. Das Artwork und die Aufmachung sind ansprechend. Die Deluxe Ausgabe kommt mit einer Bonus DVD daher, welche u.a. "All you need is me" und "That's how people grow up" beinhaltet.Insgesamt eine frische und gefällige Produktion, die auch ohne potentielle Top 10 Hits im Stil von "Irish blood English heart" zu unterhalten vermag.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
We will miss him, when he's gone..., 13. Februar 2009
Nur vorausschickend mal zu Erklärung: hier schreibt einer, der nie bedingungsloser Smiths oder Morrissey Fan war, und der nie ganz überzeugt war von ,Mozzas' Genialität. Natürlich waren die Smiths ein Lichtblick in den 80ern, aber überwältigend fand ich Sie nie.
Nun aber zu diesem Album; es wird von einigen professionellen Kritikern und auch von eingeschworenen Morrissey Fans bemängelt, daß er seinen Spott, seine Schärfe, seine Weltverdrossenheit verloren hätte; ja, vielleicht ist er nicht mehr ganz so zynisch, kann sein, aber intelligente Texte (vielleicht noch intelligentere als früher) schreibt er immer noch, und vor allem ist dieses Album kompositorisch ganz ganz gut geworden. Soundmäßig rockt es ziemlich - zwar nicht ganz so ungembremst und roh, wie damals ,your arsenal', sondern subtiler, dafür aber nicht weniger dringlich. Hier gelingt es Morrissey auch für meine Ohren zum erstenmal mit ,all you need is me' einen song zu schreiben, der das Attribut ,cool' voll und ganz verdient hat. Das tolle aber an dem Album als Ganzes ist, daß sich fast alle 12 song, nach dem dritten Durchlauf festgefressen haben, und stimmlich ist der Mann sowieso exzellent drauf. ,throwing my arms around paris' ist ganz großer pop in ein rock-Gewand gesteckt, und ,Rock' steht hier auf fast allen cuts ganz groß drauf, der mal mit spanischen Anleihen gewürzt wird, oder auch schon mal mit Mariachi Bläsern aufwartet, auf jeden fall aber immer ziemlich kompromisloss als solcher rüberkommt. Selbst die Ballade ,it's not your birthday anymore' rockt ab dem Refrain. Und wer mit so tollen songtiteln wie ,sorry doesn't help', ,one day goodbye will be farewell' oder dem selbstreflektiven und leicht koketem ,you were good in your time' aufwartet, der schreibt auch immer noch tolle Texte - vielleicht nur ein bißchen altersweiser, auf keinen fall aber leiser.
Für mich jedenfalls, das erste Morrissey Album, daß mir 100%ig gefällt und deswegen fänd' ich es schade, wenn er jetzt ernst macht mit der Ankündigung sich aus dem Musikgeschäft zurückzuziehen. Wie er auf diesem Album singt 'you sure will miss me, when i'm gone', da ist schon was dran.
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