Das Ein-Mann-Projekt (plus Session Drummer!) AURVANDIL aus Frankreich bietet über eine Stunde lang fesselnden Black Metal, der über die gesamte Laufzeit eine dunkelschwarze Atmosphäre aufrecht erhält. Entsprechend wenig Sinn macht es, einzelne Songs hervorzuheben, denn das Album überzeugt als Einheit. Meistens bleibt die Musik majestätisch im Midtempo, immer wieder erzeugen sphärische Gitarreneinsprengsel eine entrückte Atmosphäre. Der hallige Gesang drängt sich nicht auf, hält sich dezent im Hintergrund und lässt oft die Musik für sich sprechen. Auch der knarzige, etwas verwaschene Sound trägt dazu bei, eine träumerische Stimmung zu erzeugen, die den Hörer eine Stunde lang in melancholischer Dunkelheit schwelgen lässt. Gratulieren kann man Multi-Instrumentalist AURVANDIL auch zu der Entscheidung, einen echten Drummer zu engagieren, denn Drums aus der Dose wären der Stimmung sicherlich abträglich gewesen. Eine werkgetreue Cover-Version von Burzums "Jesu Dod" beendet schließlich das Album. Sicherlich nicht originell, aber doch gut umgesetzt und passend zur Stimmung der Eigenkompositionen ausgewählt.
Diesen Geheimtipp sollten sich Black-Metal-Fans jedenfalls nicht entgehen lassen. Wer Xasthur, Leviathan, Drudkh oder alte Burzum schätzt, findet hier weit abseits des Metal-Mainstreams einen rohen und ungeschliffenen, aber gerade deshalb ursprünglich schönen schwarzen Diamanten.