Piano, Bass, Schlagwerk – 3 Komponenten für eine sehr gelungene deutsche Popplatte.
Entdeckt wurden die 3 scheinbar von den Silbermond-Produzenten, aber das soll keinen verschrecken.
Man merkt, dass Sänger/Komponist Oliver Rivo deutlich mehr Lebenserfahrung hat, als Anfang 20-Jährige, deren größtes Problem Pickelausdrücken ist und dabei lässig wirken zu wollen. In den Stücken werden die scheinbaren kleinen Momente des Lebens besungen, die so oder ähnlich viele aus ihrer Vergangenheit kennen und Situationen, in denen man manchmal selbst steckt – dann fühlt man sich auf eine angenehme Weise ertappt. In gewisser Weise ist das einfach ‚post-cool’, da es emotional ist und auch sein darf. Und das über Altersgrenzen hinweg. An der Musik von Rivo Drei können sich garantiert Teenies genauso erfreuen wie Mittdreißiger. Und das ist vollkommen ok.
Ich wage eine Prognose: Zuerst entdecken Mädchen Rivo Drei für sich, Ablehnung bei der männlichen Käuferschaft (Iiii, Weibermusik!), die dann aber Stück für Stück nachzieht, weil sie merkt, dass die Mädels das hören.
Wer allerdings nur Gute-Laune-Musik auf der Platte vermutet liegt falsch, dafür ist die Platte zu groß und zu smart in ihren Melodien mit ihren Breaks und Tempiwechseln. Hier echt fettes Lob, das ist keine Plastikproduktion, sondern zeugt von Können. Davon kann man sich übrigens live am besten überzeugen. Hier kommen Rivo Drei noch einen Tick besser als auf Platte (gesehen im Vorprogramm von Ich + Ich), da die 3 Musiker hier genau das rüberbringen, was sie wohl auch selbst sein wollen: Sympathen, die nicht anbiedernd sind, und die mit einer Leichtigkeit demonstrieren, wie man Instrumente und Publikum beherrschen kann.
CD kann man mehrfach rauf- und runterspielen, die Lieder haben absoluten Wiedererkennungswert und dadurch hat das ein oder andere Stück (z.B.‚So was von gut’, ‚Wie Flugzeuge’, ‚Sie scheint’ und vor allen Dingen ‚Die du so’) Hitpotential, um in die ein oder andere Radio-Rotationsschleife zu kommen.
Die drei von Rivo Drei haben es verdient und wenn sie es nicht selbst vergeigen, dann machen die ihr Ding. Zu wünschen und zu hoffen ist es.
Irgendwo einzuordnen zwischen nicht politischem Grönemeyer, Keane, Rio Reiser. Für den der eine Schublade braucht, der möge sich am besten eine eigene mit Rivo Drei beschriften. ;-)
CD bietet 12 Songs, Booklet mit allen Songtexten.