nun, da die kompletten lebensdaten von arafat feststehen (24.8.1929-11.11.2004), wird er endgültig zu einer figur der geschichte - und das interesse an der biografie des versierten kenners danny rubinstein aus dem jahre 1996 gewinnt sicherlich neue leser hinzu. jeder wird für sich entscheiden müssen, ob er den "ewigen palästinenser" (roger willemsen) einordnen will wie es am tage nach seinem tode der israelische justizminister LAPID tat, der konstatierte, er freue sich über den tod dieses menschen, den er für den initiator global gewordener terror-strategien halte; das nobelpreis-kommitee neigte wohl eher zu anderen einordnungen; die großen geldmengen, die mit arafat in zusammenhang gebracht werden, mögen eine andere ebene der betrachtungsweise aufschließen - selbst zum satirischen blick kann man sich hinreißen lassen - so textete der oben erwähnte roger willemsen: "er diskutiert nicht, er deklamiert, sein gesicht kennt keine melancholie und keinen zweifel, aber empörung, schmeichelei, überbordende heiterkeit und eine wut, die in die heiterkeit schnappt wie ein schloss." zugegeben, das ist eher ein literaten-versuch als fakten-journalismus - ein korrekteres gesamtbild liefert sicher die biographie danny rubinsteins - korrekter auch als die in mancherlei emotionen sich unfreiwillig ertränkenden aktuellen nachrufe in den medien nach arafats ableben, die - wie üblich - von hü bis hott reichen - je nachdem, aus welcher himmelsrichtung sie auf uns herniederregnen. gerade in solchen zeiten ist eine biographie, die vor einigen jahren verfasst wurde, der erholsame, analytische mittelweg.