Der Film beschreibt die Situation pakistanischer Einwanderer in England kurz vor und nach den Anschlägen vom 11.September. Für Yasmin, die erwachsene Tochter eines verwitweten Pakistani, ist es zunächst wie ein Leben in zwei Welten. Dem Vater und den Nachbarn gegenüber zeigt sie sich vorwiegend angepasst, auf dem Weg nach London, zu ihrer Arbeitsstelle, wechselt sie regelmäßig die Kleidung und verwandelt sich auch optisch in eine moderne junge Frau. Einem Arbeitskollegen, mit dem sie sich angefreundet hat, verschweigt sie aber lieber, dass sie bereits (zwangs-)verheiratet ist. So pendelt sie hin und her und versucht, so gut es geht, einen Weg für sich zu finden. Einziger Vertrauter ist ihr Bruder Nasser, der auch in zwei Welten lebt: als Vorbeter und Koranschüler auf der einen Seite, als Drogendealer auf der anderen. Nach dem 11.September wird Yasmins Familie mit der aufkommenden hysterischen Angst und dem Misstrauen gegenüber allen Moslems konfrontiert. Yasmin muss nicht nur Hausdurchsuchung und Ausgrenzung erleben, ohne Grund werden ihr Mann und später auch sie verhaftet und immer wieder verhört. Ihr Bruder trifft für sich die Entscheidung, sich einer terroristischen Gruppe anzuschließen. Nicht zuletzt durch diese Auseinandersetzungen und Erfahrungen erwächst in Yasmin ein neues Gefühl von Identität.
Ein Film mit dieser ernsten und sensiblen Thematik sollte meines Erachtens vor allem Authentizität und Glaubwürdigkeit vermitteln. Dies betrifft die Charakterisierung der Personen und auch die Darstellung der geschilderten Ereignisse. In dieser Hinsicht empfand ich leider manches als wenig nachvollziehbar bzw. irritierend plakativ. Yasmins "moderne" Seite wirkte auf mich eher überdreht, ebenfalls übertrieben auch das Verhalten ihrer Freunde / Kollegen, ganz schlimm aber war für mich die Darstellung ihres zurückgebliebenen Ehemannes, die einer Karikatur nahe kommt. Wenig glaubhaft fand ich auch die Reaktionen von Yasmin und ihren Kollegen nach dem 11.September. Meiner Erinnerung nach gab es vor allem unendlich viel Schock und bei manchen Gruppen vielleicht auch(Schaden-)Freude (wie bei Nasser). Im Film agieren die britischen Kollegen seltsam ungerührt (höchst merkwürdig dieser billige Osama-Scherz am Tag direkt nach den Anschlägen!), und auch Yasmin zeigt keinerlei emotionale Betroffenheit. Sie fährt vor allem mit ihrem Auto hin und her (ein paar Mal weniger hätte auch gereicht, und ihr tumber Ehemann führt derweilen die Ziege spazieren.
Mein Fazit: Etwas weniger Überzeichnung hätte dem Film, der ein höchst wichtiges Thema zum Gegenstand hat, mehr Seriosität und Glaubwürdigkeit verliehen.