Yasemin ist eine in Deutschland aufgewachsene Jugendliche. Sie befindet sich in einer
Entwicklungsphase, in der sie sich einen Weg zwischen der Verbundenheit mit ihrer
Familie und den Schritten zu ihrem eigenen Selbst erarbeitet. Doch der alltägliche Spagat,
"zwischen" den unterschiedlichen Kulturen zu leben, wird erst zu dem Zeitpunkt mit
Konflikten beladen, in dem sich eine Liebesbeziehung zu einem Deutschen anbahnt.
Denn Yasemins "Emanzipationsgedanken", die in der freien Wahl ihres Partners Ausdruck
finden sollen, werden mit den traditionellen Bindungen der Kultur ihrer Eltern konfrontiert.3
Yasemins Versuche, zwischen den Kulturen und Menschen zu vermitteln, einen
möglichen Weg des Kompromisses zu finden, bleiben erfolglos. Am Ende des Films
verhärten sich die Fronten so weit, daß sie sich aus der ausweglosen Situation, in die
Türkei gebracht zu werden, nur durch Flucht retten kann. Die Aufgabe ihrer Herkunft
vollzieht Yasemin jedoch nicht ungeschützt, denn sie wird durch einen jungen Deutschen,
dem "Ritter" (vgl. Hickethier, 1995, 28) auf dem Motorrad, befreit.
Yasemin wird sehr ambivalent und undifferenziert gezeichnet. Am Anfang des Films ist sie
das beliebteste und klügste Mädchen der Familie. Sie tritt stark, souverän und
selbstbewusst auf. Doch diese Charakterisierung verblasst ab dem ersten
Zusammentreffen mit Jan, dem deutschen Verehrer, zusehends. Ihre Ziele, ihre kulturelle
Identität und ihre Familie werden Yasemin im Filmverlauf immer unwichtiger. Das
bedeutet, was als Emanzipationssgeschichte eines türkischen Mädchens angelegt war
und auf eine Identitätsbildung hinzielte, endet mit der Aufgabe ihrer Identität. Die
Verquickung der inter- und intrakulturellen Probleme findet keine Auflösung, denn die
Spannungen zwischen den beiden Kulturen bleiben erhalten. Das Ergebnis des Filmes ist
die Assimilation der Fremden und ihre Zuordnung zu der Dominanzkultur.
Endlich auf DVD in guter VHS) Bild und Tonqualität,aber ohne Untertitel, das ist nicht so toll, da viel auf türkisch gesprochen wird!