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Das Elend, das hinter diesen drei Buchstaben steht muss wohl nicht weiter erläutert werden -- eher vielleicht das zweiteilige, epische Eröffnungsstück "09-15-00". Zahlen nur, wie "9-11" (im Englischen kommt zuerst der Monat, dann der Tag) und doch von großer Tragweite. "09-15-00" erinnert an den Tag, an dem Ariel Sharon mit 1.000 Soldaten gen der heiligen islamischen Stätte Al-Haram Ash-Sharif zog und eine neue Intifada provozierte. Niemand soll dahinter eine antiisraelische Einstellung vermuten, es geht um Zusammenhänge und Wirkungen. Irgendwo haben Godspeed, die das "!" hinter das "You" verlegt haben, geschrieben: "GY!BE is complicit is guilty is resisting". Gefangene des Systems also, dem sie den Spiegel vor die Fratze halten und in dem sie zurechtkommen müssen.
Doch die neunköpfige Band aus Montreal brüllt ihren Ärger nicht heraus, sie verwandelt ihn in Töne. Von epischer Wucht unglaublicher Dynamik sind sie, wechseln zwischen Melancholie, Verzweiflung und (ohnmächtiger) Wut. Auf Implosionen folgen Explosionen, nach Ruhephasen der Aufbau gewaltiger Wall Of Sounds, die gleich wieder einstürzen. Mit Neuerungen gehen Godspeed dabei vorsichtig um. Diesmal fehlen die Tapeeinspielungen und Wortfetzen, dafür ist "Motherfucker = Redeemer" das bis dato rhythmischste Stück ihrer Geschichte. Produziert hat Genius Steve Albini (Nirvana, Big Black plus 1.000 andere Bands) ohne das Klangbild zu verändern, und es gibt nicht viele, die dieser Mann respektiert. --Sven Niechziol
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