Dieses Buch ist bestimmt nicht so bekannte wie "Tom Sawyer" oder "Die Abenteuer von Huckleburry Finn". Aber es zählt dennoch zu Mark Twains wichtigstem Werk. Es wird die Geschichte von Hank Morgan erzählt, der nach einem Knockout durch den Schraubenschlüssel eines Prügelgegners unter einem Baum liegend und ins Mittelalter zurückversetzt erwacht. Erst glaubt er, in einen Betriebsaisflug eines Irrenhauses geraten zu sein - doch nach und nach stellt er fest, wirklich in der Vergangenheit gelandet zu sein: Und zwar genau zu König Artus Lebzeiten. Durch sein Wissen aus der Zukunft öffnet ihm am Hofe des legendären Königs jede Tür. Schon bald vertreibt er Merlin aus seiner Rolle des königlichen Beraters und hält schon bald alle Fäden in der Hand. Er beginnt eine Zivilisierung und Industrialisierung des Mittelalters. Seife, Schulen, Telegrafen, Waffenfabriken und Zugverbindungen. Was erst als äußerst witzige Satire beginnt, wandelt sich gegen Ende des Buches mehr und mehr in eine düstere Kritik am menschlichen Streben der Gegenwart. Ein Streben von Menschen, das sich kaum von den teilweise barbarischen Bräuchen des Mittelalters unterscheidet.Und spätestens, wenn Hank Morgan am Ende des Buches alleine gegen eine Zehntausendschaft von Rittern zum Kampf antritt, sollte auch in den dumpfesten Hirnen ein Funken von Erkennen gezündet werden ... Nils Herzog, 11.4.2000