Ich möchte keine Wiederholung der vorherigen Rezensionen schreiben. Daher gibt es von mir ein kurzes Feedback für alle, die sich über die entstandene Kluft zwischen den Rezensionen wundern - und zusätzlich noch einen anderen Bewertungsansatz.
Ich habe diese Kompaktanlage für Rentner gekauft, die sich über komplizierte und schwierige Bedienung an modernen Geräten ärgern. Und in dem Punkt ist die MCR 640 sehr gut. Wer sich bei den Kompaktanlagen einmal umgeschaut hat und auch andere Pianocraft-Modelle kennt, sieht sehr schnell was ich meine. Die einzelnen Bedienelemente sind sehr schnell zu begreifen, Quellenwahlrad und Lautstärkeregler sind hier die beiden größten Bedienelemente und sehr schön deutlich oben links und rechts am Verstärker angebracht. Bei anderen Modellen der Serie war das noch etwas unübersichtlicher über die Frontblende verteilt und man musste schon nachlesen, welches der kleinen Drehrädchen jetzt für die Quellenwahl und welches für die Klangregelung zuständig war. Auch die Bedienelemente des CD-Players sind übersichtlicher und logischer angeordnet. Damit eignet sich die Anlage für die alltägliche Bedienung direkt am Gerät.
Wer nun meint, die Fernbedienung sei überflüssig, den belehrt Yamaha bei der ersten Einrichtung eines besseren. Wie bei allen mir bekannten Yamaha-Anlagen benötigt man die Fernbedienung zum Beispiel, um die Radiosender zu suchen und einzuprogrammieren. Bei der Programmierung hat mir ein neues Feature darüber hinaus die Anordnung der Sender zerschossen. Die Anlage begann ganz von allein alle empfangbaren Sender abzuspeichern und in fortlaufender Nummerierung in den Senderspeicher zu laden. Da ich bei der Einrichtung vor Ort nicht mehr so viel Zeit hatte, vermag ich jetzt auch nicht zu sagen, ob ich diese Reihenfolge noch nachträglich verändern kann. Ich bitte mir dies nachzusehen. In jedem Fall speichert die Anlage in diesem vollautomatischen Programmierungssuchlauf alle Sender, die eine bestimmte Stärke haben. Dabei werden dann auch recht rauschige Radioprogramme mit abgespeichert.
Die Kritik an dem sich immer wieder ausschaltenden CD-Player ist berechtigt. Der Programmwechsel der Radioprogramme mit den Zifferntasten der Fernbedienung funktioniert wirklich nicht. Die iPod-Schnittstelle funktioniert einwandfrei und auch beim iPhone 3Gs kommt keine Fehlermeldung. Und da ich noch so wenig über die Fernbedienung gelesen habe: sie ist wirklich schön und noch etwas besser durchsortiert. Sie hat allerdings auch kleinere Tasten als bei den direkten Vorgängermodellen.
Die Kritik am Klang der Lautsprecher kann ich hingegen überhaupt nicht verstehen. Die Lautsprecher haben im Vergleich zu den 400er-Modellen nochmals an Volumen dazugewonnen. Der Klang ist ausgewogen und absolut in Ordnung für diese Preisklasse. Ich halte an dieser Stelle sehr viel von Relativierung. Wir reden über eine Kompaktanlage der 500-Euro-Klasse. Da muss der Klang zwar stimmen - wer aber audiophile Ohren hat, kauft eh andere Geräte. Wer eine audiophile Kompaktanlage sucht, fährt da ganz klar mit einer Audio One besser, legt dafür aber auch den doppelten bis dreifachen Preis hin. In meinen Augen ist der Klang in Relation zum Preis gut. Außerdem hat wohl auch jeder Audiophile schon die Erfahrung gemacht, dass nicht jeder diese Unterschiede hört - und dass auch in der Oberklasse die Geschmäcker verschieden sind, weshalb es in diesem Bereich auch so große klangliche Unterschiede gibt.
Die Kraft der Kompaktanlage reicht meines Erachtens nach für jedes Wohnzimmer. Ich habe sie in einem 50 m² Raum mit hohen Decken gehört und war schon an meiner Schmerzgrenze bevor sie auch nur halb aufgedreht war. Ein aufgeräumter, solider (fast) Alleskönner mit Anschlussreserve und einer Fernbedienung für alle Funktionen, die nicht auf die wenigen Bedienelemete am Gerät gepasst haben.