Eigentlich habe ich nur ein handliches und günstiges MIDI-Keyboard mit möglichst vielen Tasten für die Arbeit mit virtuellen Instrumenten (Pianoteq und Co.) am PC gesucht. Da dieses Produkt in derselben Preisklasse unterwegs ist, wie viele 76/88-Tasten-MIDI-Masterkeyboards ohne Tonerzeugung, habe ich mal einen Blick riskiert und wurde nicht enttäuscht.
Die Keyboard-Tastatur ist tadellos, die Anschlagsdynamik ist über alle 76 Tasten absolut gleichmäßig und läßt sich außerdem noch in drei Stufen einstellen. Einzigartig dürfte die Unterstützung eines analogen Halbpedals sein, das aber nicht mitgeliefert wird. Pianospieler sollten allerdings wissen, daß die Tasten nicht die volle Größe haben, sondern etwas kürzer und geringfügig schmaler sind als Standardklaviertasten.
Der vom Yamaha-Flügel abgenommene Pianosound schlägt alles, was ich bisher in dieser Preisklasse gehört habe, kommt über die eingebauten Lautsprecher jedoch nicht voll zur Geltung. Hier ist die Verwendung hochwertiger Hifi-Kopfhörer zu empfehlen. Die Grenzen zeigen sich erst bei der Verwendung des Pedals. Zwar werden die angeschlagenen Töne gehalten, Mitschwingende Saiten, wie sie bei einem richtigen Flügel zu hören sind, werden jedoch nicht nachgebildet.
Auch nett ist die Dual-Funktion, womit sich zum Beispiel der Klavierklang zusätzlich mit Streichern unterlegen läßt. Womit man allerding schnell an die Grenzen der nur 32stimmingen Polyphonie des NP-31 stößt. Die im Gerät vorinstallierten klassichen Demo-Klavierstücke wurden vernünftig eingespielt und klingen überzeugend.
Über den MIDI-Eingang läßt sich das NP-31 auch als Klangerzeuger ansteuern, dabei fällt allerdings ein Kritikpunkt auf: Obwohl das Keyboard über ein eingebautes Metronom verfügt, sind via MIDI keinerlei perkussive Sounds verfügbar, was das Aufnehmen mit einem externen MIDI-Metronom erschwert. An der Verwendbarkeit als MIDI-Masterkeyboard über den MIDI-Ausgang gibt es jedoch nichts auszusetzen. Ich habe es über ein ESI MIDIMATE II an die USB-Schnittstelle angeschlossen. Die Verwendung billiger USB-Adapter ist nicht empfehlenswert.
Insgesamt ist das Yamaha NP-31 zwar recht spartanisch ausgestattet, aber das was da ist, macht einen überzeugenden Eindruck. Wem der Funktionsumfang nicht reicht, bekommt mit dem NP-V80 schon für 100 EUR mehr eine vollwertige Workstation.