Nach dem Kauf meiner Epi Les Paul mit Akustik Tonabnehmer habe ich mich mit dem "Zupf- und Unpluggedvirus" infiziert. Die E Maschine hing nur noch am Akustik Amp. Der Schraddelamp blieb stumm. Das war für mich der Grund mich nach einer Zweitgitarre umzusehen. Zugegeben, die Japaner sind mir sympathisch, nicht zuletzt da ich auch schon einige Motorräder der Marke mit den drei Stimmgabeln gefahren habe. Yamaha geniesst einen guten Ruf in der Musikszene und so hab ich mich nach langem hin und her für die hier rezensierte FX370 in schwarz entschieden. Die FX Variante unterscheidet sich nur durch den eingebauten Vorverstärker mit Reglern, sowie einem Tonabnehmer und einer Cinchbuchse vom F Modell. Mechaniken, Material etc. sind identisch. Im Rennen waren noch Fender(60er/140er Serie) und zwei ebenfalls japanische Ibanezgitarren.
Die Yamaha spielt in der oberen Mittelklasse der Einsteigergitarren. Sie ist eine gute Basis. Das wird ihr in vielen Rezensionen und Tests bescheinigt. Ich war mir deshalb sicher den richtigen Griff zu tun.
Beim Auspacken hab ich mich erstmal gefreut. Die Hochglanzklampfe sieht in schwarz sehr schlicht aber edel aus. Die Mechaniken sind hochwertig und harmonieren gut mit der hochwertigen Optik. Abgesetzte elfenbeinfarbige Konturen verstärken diesen Eindruck noch. Das Griffbrett der Yamaha ist aus Palisander. Die Bundstäbchen sind sehr sauber eingepasst und absolut bündig eingelassen. Nichts steht über oder schaut unsauber aus. Meine FX hat auf den ersten Blick nirgends eine Lackblase oder eine unsauber lackierte Stelle. Nur das Schallloch war etwas unsauber lackiert, was gerade beim Spielen ins Auge fällt. Das sollte bei diesem Preis nicht sein. Ich habe mir mit einem Lackstift aus meiner Werkstatt ausgeholfen, was perfekt funktioniert hat.
Das bernsteinfarbene Schlagbrett harmoniert gut mit der schwarzen Japanerin. Auch die Gurtpins sind sehr hochwertig gemacht und fügen sich schön ins Gesamtbild. Absolut schlau ist der hintere Gurtpin. Er dient gleichzeitig als Anschluß für das Out/Verstärkerkabel. Dazu ist noch zu sagen, daß trotz der Verwendung als Buchse der Pin eine "normale" Gurtöse zur Befestigung zulässt. Das ist bei meiner Epi anders, die eine vergrößerte Gurtöse benötigt. Der vordere Pin ist nicht seitlich sondern nach hinten montiert. Stört zwar nicht, ist aber ungewohnt.
Ich habe meine Yamsl mit einem gewebten Planet Waves Gurt 50E08
Planet Waves 50E08 Retro Classics Collection Gewebegurt, Tapestry versehen, die Gurte sind empfehlenswert, angenehm zu tragen und wunderhübsch.
Die Erstbesaitung ist gar nicht so schlecht und auch nach einiger Zeit der Mißhandlung immer noch stimmstabil. Klanglich ist die Yamaha sehr ausgewogen. Die chinesische Japanerin hat einen sehr vollen Klang ohne die Höhen zu vergessen. Das gilt unverstärkt wie auch am Amp. An meinem Kuston Sienna wird sie dann Dank des Piezo Tonabnehmers(für mich eigentlich die Kaufentscheidung) zur wunderbaren und wenn man sie lässt, auch druckvollen Soundmaschine. Hier entfaltet sie einen sehr ausgewogenen guten Sound. Die Saiten liegen nicht zu hoch was für mich als Einsteiger etwas leichter zu händeln ist.
Kurz und Knapp
Positives:
+ Verarbeitung
+ verwendete Materialien und Mechaniken
+ Ersbesaitung
+ Haptik
+ Klang
+ Preamp mit 3 Bandequalizer
+ Gurtpin = Buchse, normaler Gurt passend !
+ Preis
Negatives:
- Position des vorderen Gurtpins
- kleine Lackfehler am Schall-Loch
Mein Fazit: Die Yamaha ist ein Klasse Werkzeug für den Einstieg. Mehr gibt es wohl nicht fürs Geld. Egal ob verstärkt oder unplugged. Die kleinen Fehler habe ich ihr bereits verziehen.