Ringo ist sicher Ex-Beatle der mit dem wenigsten musikalischen Talent gesegnet war, dafür aber hatte er immer den höchsten Sympathiefaktor. Und genau so kamen auch immer seine Alben rüber. Nichts Aufregendes, Weltbewegendes oder gar Innovatives kam dabei heraus, aber trotzdem hatte alles einen Charme, dem man sich kaum entziehen kann.
Auch auf seinem 15ten Soloalbum hat sich daran nichts geändert. Neuerungen gibt es trotzdem, denn mit jugendlichen 70 Jahren traut er sich zum ersten mal die Produktion selbst in die Hand zu nehmen -natürlich aber wie immer ,with a little help from his friends'.
Joe Walsh und Paule als Gäste sind ebenso keine Überraschung wie Gary Wright oder Dave Stewart als Co-Komponisten, also alles Veteranen - Moment! Wie passt den Joss Stone hier rein? Egal, aber sie gibt zum Schluss noch einen erfrischenden Farbtupfer oben drauf, mit einem song der noch mal herrlich rock'n'rollt.
Das Duett mit Paul ist ein netter Pop Song. Der Rock'n'Roll des openers - von Joe Walsh mit einem kräftigen Riff unterlegt - rockt recht brav und mehr davon hätte dem Album nicht geschadet, und auch Peace Dream ist ein guter Popsong. Wirklich gelungen ist ,Time' - als song genauso, wie arrangementmäßig. Und auch die Collab mit Richard Marx ,Mystery Of The Night' zählt zu den besseren tracks dieser Scheibe, weil er ausgezeichnet komponiert und dynamisch produziert ist.
,Can't Do It Wrong' könnte genauso gut von einem Ringo Album Mitte der 70er stammen - oder wahlweise auch von ,Liverpool 8' von 2008, es ändert sich bei Ringo ja nie viel. Gleiches gilt auch für den von Glen Ballard mitkomponierten Titeltrack, bei dem zwar die indischen Anleihen ab der Mitte (wohl als Tribute an George) nett gemeint sind, aber nicht wirklich dazu passen.
Letztendlich ist es halt ein Ringo Album wie jedes andere auch - nicht mehr, aber auch nicht weniger, und Beatles Fans, die ihre Frühphase lieben, haben sicher ihren Spass daran. Ein Muss ist diese Scheibe sicher nicht, aber böse sein kann man ihm - wie immer - auch nicht sein, denn am Ende dieser Platte hat man dann doch auch wieder ein Lächeln im Gesicht. Und als Produzent hat er sich hier wirklich Mühe gegeben. Größzügig aufgerundete 4 Sterne für ein herrlich altmodisches Popalbum, das ausser Ringo so ja heute eigentlich keiner mehr machen würde...