Der »Xoro HRS 3400« ist ein kostengünstiger digitaler Satelliten-Receiver mit einer Menge an Funktionen: Er bietet neben digitalem Fernsehen und Radio die Möglichkeit Programme aufzuzeichnen und Mediendateien (Bilder, Videos und Lieder) abzuspielen. Mit den Maßen 22cm x 16cm x 4,5cm ist er auch überraschend klein, nur etwas größer als ein DIN-A5-Heft (was Breite und Tiefe angeht).
== Ausstattung ==
Der Xoro-Receiver besitzt auf der Rückseite zwei Scart-Anschlüsse (TV und VCR), einen Eingang für das Sat-Kabel (LNB IN) und einen Loop-through-Ausgang (LOOP OUT) zum Anschluss eines weiteren DVB-S-Empfangsgeräts. Wer über eine gute Audioanlage bzw. einen AV-Receiver verfügt, kann auch den Digital-Audio-Anschluss des Sat-Receivers nutzen. Kabel sind nicht enthalten. Der Receiver kommt mit einer deutsch-englischen Betriebsanleitung und einer Fernbedienung (mit Batterien).
Auf der Vorderseite befindet sich ein Speicherkarten-Slot (SD, SDHC, MMC, MS) und ein USB-Steckplatz zum Anschluss eines Speichersticks oder einer USB-Festplatte. Und vielleicht weniger wichtig, aber der Vollständigkeit halber erwähnt: Auf der Vorderseite befindet sich ein einrastender Ein/Aus-Knopf und zwei Kanalwechsel-Tasten (CH+/CH-). Was man auf den Artikelfotos nicht sehen kann, ist die gelbe Kanal/Uhrzeit-Anzeige und die Status-LED links daneben, die beim Einschalten von Rot auf Grün wechselt.
== Satellitenfernsehen und -radio ==
Der Receiver ist am Anfang noch nicht eingestellt und zeigt bei erster Inbetriebnahme die zwei Auswahlpunkte »General Settings« und »My Dish«, ist also zu Beginn auf Englisch eingestellt. Unter »General Settings« kann man ihn auf Deutsch (oder Türkisch, Russisch u.a.) umstellen. Dann folgt über den zweiten Auswahlpunkt (»My Dish«) die Satellitenauswahl und der Sendersuchlauf. Nutzer aus dem deutschsprachigen Raum finden ihre Kanäle über »Astra« (in erster Linie »Astra 1E,1F,1G«). Nach dem Suchlauf kann man die Kanäle ordnen, umbenennen, verschieben und natürlich löschen. Hat man sich in das Menü eingefunden, funktioniert das relativ einfach. Man kann seinen Programmpool auch mit Sendern von verschiedenen Satelliten füllen.
Die On-Screen-Menüs sind in einem angenehmen Blau gehalten. Rot ist - das wurde in einer anderen Rezension etwas ungenau ausgedrückt - lediglich das Hintergrundbild des Hauptmenüs und der Radiofunktion. Das Kanalumschalten geht recht schnell. Etwas langsam ist es dagegen, wenn man den Kanal direkt über die jeweilige Zahl anwählt. Neben dem konventionellen Videotext gibt es die EPG-Funktion (»elektronischer Programmführer«).
== Aufnahmefunktion ==
Der Receiver lässt sich auch als TV- und Radiorekorder nutzen. Die Aufnahme erfolgt entweder auf einen USB-Stick bzw. eine USB-Festplatte oder auf eine Speicherkarte. Aus Geschwindigkeitsgründen werden in der Anleitung nur USB-Sticks mit mindestens 8GB empfohlen, bei Speicherkarten nur welche der 2. Generation (SDHC mit Class 2 und höher). In der Praxis reicht das aber nicht mehr aus. Zur Probe habe ich ein paar Speichermedien getestet: einen älteren Toshiba-USB-Stick mit 2GB, eine Lowbudget-SD-Speicherkarte mit 2GB und einem geliehenen »SanDisk Cruzer Micro 8GB«. Bei den beiden erstgenannten kam es bei der Aufnahme, wie erwartet, schnell zu Bildrucklern und der Meldung »Das Zielgerät ist zu langsam«. Der 8GB-Cruzer schien hart an der Grenze zu sein, mit ganz leichten Rucklern. Die Meldung »Das Zielgerät ist zu langsam« kam erst relativ spät. Eine Schreibgeschwindigkeit von 6,3 MByte/s (getestet mit h2testw 1.4) ist also etwas zu langsam. Deswegen kann ich mir auch nicht vorstellen, dass eine SDHC-Karte mit »Class 2« (also min. 2 MByte/s-Schreiben) ausreicht. Mit USB-Sticks mit 16GB Speicher oder SDHC-Karten der Klasse 8 oder 10 wird man auf jeden Fall glücklich. Eine kürzlich gekaufte 8GB-SDHC-Karte (Class 10) läuft problemlos mit dem Receiver. Tragbare Festplatten sollten, da wesentlich schneller, keine Probleme machen.
Ganz wichtig: Damit es keine böse Überraschung gibt, und die Aufnahme mittendrin endet, muss man die Standardaufnahmezeit - versteckt in »Meine Aufnahmen« - hochsetzen (min. 15 Minuten und max. 8 Stunden). Die Aufnahme kann natürlich vorher beendet werden. Es gibt die klassische Ein-Knopf-Aufnahme und eine Aufnahmefunktion mit Countdown. Aufnahmen können auch programmiert werden.
Gespeichert wird die Aufnahme zerlegt in ca. 250 MB große TS-Dateien. Diese Aufnahme kann dann direkt auf dem Xoro-Receiver als Ganzes und ohne Unterbrechungen abgespielt werden. Auf den PC kopiert, kann man diese Dateien z.B. mit dem VLC-Player abspielen, oder zusammenfügen und schneiden (z.B. mit der Freeware »ProjectX«). Mit dem Umwandlungsprogramm »SUPER« kann man die TS-Datei(en) auch in ein anderes Format konvertieren. Je nach Auflösung der Übertragung passen auf eine 8-GB-Speicherkarte etwa 3 1/2 bis 4 1/2 Stunden Aufnahme.
Auch die Radioübertragungen lassen sich aufnehmen. Leider werden diese aber nicht als MP3s oder WMAs gespeichert, sondern ebenso als TS-Dateien. Ins MP3-Format lassen sich diese z.B. mit dem VLC Player (Medien -> Konvertieren/Speichern) umwandeln.
== Multimediafunktion ==
Wie bereits angesprochen, kann man die aufgenommenen TV- und Radiosendungen gleich mit dem Receiver abspielen. Zusätzlich kann man Bilder (JPG, GIF) anschauen, Musikdateien (MP3, WMA) anhören und Videos (MPEG1, MPEG2, MPEG4) anschauen. XVID-Videos (wie DIVX ein MPEG4-Codec) müssen einige Sekunden vorgeladen werden und laufen problemlos. Selbst Videos größer als 1 GB (1,3 GB erfolgreich getestet) lassen sich einwandfrei abspielen und vor- und zurückspulen. Wer aber AC3-Ton in Filmdateien genießen will, muss den Digital-Audio-Ausgang nutzen (sonst hört er nämlich gar nichts).
Als zusätzliche Spielerei, das sei noch abschließend erwähnt, enthält der Xoro-Receiver noch das Spiel »Gomoku« (Fünf gewinnt), einen Kalender und einen einfachen Taschenrechner.