"Xmas-Tale" ist Teil einer insgesamt sechs Filme umfassenden spanischen Horror-Anthologie aus den 80ern; die Tatsache, dass einige dieser Filme ihnen bereits einmal auf Arte liefen, zeigt, dass hier Regisseure am Werk sind, die sich redlich bemühen, die ausgetretenen Pfade von Teenagern, Kettensägen und Ferienlager hinter sich zu lassen, und sich eher auf Horror konzentrieren, der im Kopf im des Zuschauers stattfindet.
Der vorliegende Weihnachtsbeitrag der Reihe wirkt neben den anderen Filmen allerdings eher deplatziert: Eine Gruppe Kinder findet in einer Fallgrube im Wald eine geflüchtete Bankräuberin im Weihnachtsmannkostüm, weigert sich aber nach kurzer Diskussion sie der Polizei zu übergeben, sondern hält sie lieber in Grube gefangen, in der Hoffnung über den Verbleib des erbeuteten Geldes informiert zu werden. Nachdem zwei der Jungen einen Zombiefilm gesehen haben, vollziehen sie zum Spaß ein "Voodoo"-Ritual an der langsam verhungernden Frau. Am nächsten Tag ist sie tot, am übernächsten Tag ist die Grube leer'
Um mit dem positiven anzufangen: "Xmas-Tale" ist in seiner Grundidee in jedem Fall origineller, als das (hehe) xte Hollywood-Fließbandprodukt, die jugendlichen Darsteller (alle im Durschnitt 12 Jahre alt) sind durchweg hervorragend, und dank der deutlich spürbaren unterschwelligen Note von kindlicher Gier und Verdorbenheit kann man dem Film durchaus eine gewisse weihnachtliche Sozialkritik attestieren (besonders zu loben ist hier der Kniff, dass sämtliche Erwachsenen nur als Stimmen aus dem Off, oder als gesichtslose Schemen präsent sind); als Gruselfilm bleibt der Streifen aber deutlich hinter den Erwartungen zurück: "Xmas-Tale ist weder handwerklich noch atmosphärisch gruselig, und offenbar hat der Regisseur es auch gar nicht anders gewollt andernfalls wäre vielleicht Musik oder andere Spannungseffekte zum Einsatz gekommen. Was den Film gruselig macht (oder besser "machen soll") wird erst kurz vor Schluss eingeschoben, und in einer insgesamt sehr unspektakulären Verfolgungssequenz routinemäßig abgespult.
Insgesamt also ein kurzweiliger und streckenweise durchaus beachtlich gespielter Film, der sein Potential leider zu keinem Zeitpunkt wirklich zufriedenstellend nutzt. Man wird mir also verzeihen, wenn ich hier seit langem einmal wieder das abegriffene Fazit bemühe: Kann man gucken, muss man nicht.