Das Buch behandelt den Einsatz von XML und die Speicherung von XML Dokumenten in Datenbanken, bzw. die Generierung von XML Dokumenten aus Datenbankinhalten. Es ist in wissenschaftlichem Stil geschrieben und stellt dar, was zur Zeit Stand der Forschung und Technik zum Thema XML und Datenbanken ist.
Es ist kein Lehrbuch. Es werden zwar alle Themen von Grund auf eingeführt, dennoch richtet es sich nicht an Anfänger. Die Syntax von XML, DTD, XML Schema, SAX, DOM, XPath oder XQuery wird für die Ziele des Buches hinreichend ausführlich eingeführt. Diese Einführungen taugen jedoch eher als eine Erinnerung, der Vollständigkeit halber. Für Anfänger sind sie zu kurz, zu trocken und mit zu wenig Beispielen.
Durchwegs werden alle Facetten, die es zu einem Thema zu betrachten gilt, beleuchtet, kategorisiert und mit wissenschaftlicher Akribie in Schubladen gesteckt. Alles in Allem ist das Buch recht umfassend und erwähnt alles, was es so zum Thema XML & DB zu sagen gibt. Häufig bleibt es jedoch da stehen, wo der Ingenieur gerne gewusst hätte „So, und wie mache ich das jetzt genau?". Gut sind da die zahlreichen Literaturhinweise, im Wesentlichen auf wissenschaftliche Publikationen. Es gibt mehrere Abschnitte, die freie Software oder Software von gängigen Herstellern erläutert.
Wie obern erwähnt, verschafft das Buch Informatik Studenten oder technischen Architekten einen guten Überblick über das, was derzeit „state of the art" ist und was zur Zeit entwickelt und woran geforscht wird.
Kapitel 1-4 und 7 stellen das XML Handwerkszeug vor: XML, DTD, XML Schema, SAX und DOM. Für meinen Geschmack etwas DTD lastig. Die Autoren bevorzugen das prägnantere DTD dem ausdrucksstärkeren XML Schema.
Kapitel 5 stellt dar, wie relationale Datenbankinhalte als XML Dokumente/Schema dargestellt werden können. Hier ein Beispiel, wo ich mir mehr „handfesten Rat" als nur eine Beschreibung, „was es alles so gibt", gewünscht hätte: Abschnitt 5.1.4 weist auf die Probleme hin, die es bei der XML Schemaerzeugung aus einem Datenbankschema gibt, wenn die Schlüssel- und Fremdschlüsselbeziehungen keine Baum, sondern einen Graphen bilden. Hier hätte ich eine Diskussion, wie man diese Probleme meister erwartet, vielleicht mit der Angabe eines Algorithmus und eines Beispiels.
Kapitel 7 befasst sich mit dem Erzeugen von Schemata und Metriken zum Messen der Qualität von XML Dokumenten und Schemata. Auch hier gilt: Es wird lediglich angerissen, was es auf „dem Informatik Markt" so gibt, statt handfester Hinweise, was „taugt" und „wie's eingesetzt wird". Gut: Literatur- und Softwarehinweise.
Kapitel 8 stellt die verschiedenen Möglichkeiten der Speicherung von XML Dokumenten in Datenbanken dar. Je nach Art des XML Dokumentes und der beabsichtigten Verwendung bieten sich unterschiedliche Speicherungsmöglichkeiten an.
Kapitel 9 untersucht, wie XML Dokumente indiziert werden können, um sie durchsuchen zu können und um sie effizient zu speichern. Dies scheint mir mehr für Datenbankdesigner als für den „einfachen XML Anwender" von Interesse zu sein.
Kapitel 10 stellt XPath und XQuery vor um auf Teile eines XML Dokumentes zuzugreifen. Dies ist ähnlich zu SQL um auf Datenbankinhalte zuzugreifen.
In Kapitel 11 erfährt man, welche XML Unterstützung die gängigen Datenbanksysteme (Oracle, MS SQL Server, ...) bieten. Die Beschreibungen gehen eher in die Breite als in die Tiefe, bieten aber sehr gute Ausgangspunkte um sich mit dem, was die verschiedenen Hersteller anbieten, bekannt zu machen.