Einleitung:
-----------
Ich habe es mir abgewöhnt Spiele vorzubestellen, sondern warte vor dem Kauf lieber zunächst einmal die Erfahrungsberichte der Community ab, denn allzu leicht kann man heutzutage hereinfallen auf den Trommelwirbel des Marketing und die oft leider viel zu rosaroten Testberichte der Fachpresse. Hier aber habe ich, als alter X-COM-Veteran der ersten Stunde und nach dem Sichten von Artikeln über die Entwickler, mal eine Ausnahme gemacht. Die Erwartungshaltung war sehr hoch, denn die berühmten originalen X-COM-Teile aus den Neunzigern haben Maßstäbe gesetzt.
In diese Spiele habe ich im Laufe der Jahre unzählige Stunden investiert und auch diverse Fanprojekte habe ich intensiv gedaddelt.
Was soll ich sagen, ich habe es glücklicherweise nicht bereut das Remake erworben zu haben!
Lieferung und Inhalte:
----------------------
Das Spiel wurde pünktlich ausgeliefert. Die Installation erfordert Steam, funktionierte aber reibungslos. In der "Special Edition" ist ein Elitesoldat-Pack enthalten (muss über Steam durch Eingabe des Keys extra aktiviert werden), ein Aufnäher mit dem X-COM-Logo, ein Poster der Basis und ein Buch mit Konzeptskizzen, Spielgrafiken und interessanten Bemerkungen der Entwickler zur Entstehung des Spiels. Auch das Layout verschiedener Alien-Schiffe ist darin zu finden, was am Anfang ganz nützlich ist, um die Größe der Aufgabe abzuschätzen, wenn man das jeweilige Schiff erobern muss.
Schwierigkeitsgrad und Tutorial:
--------------------------------
Nach dem man den Schwierigkeitsgrad ausgewählt hat, beginnt man mit dem Tutorial, in meinem Fall ein Einsatz in Deutschland, was das Geschehen glaubwürdiger macht durch die "vertraute" Umgebung. Und tatsächlich findet man auch deutsche Polizeifahrzeuge am Einsatzort vor, sogar die zivilen Fahrzeuge haben deutsche Kennzeichen. Noch ein Wort zum Thema Schwierigkeitsgrad: es gibt die Stufen leicht, normal, klassisch, unmöglich. Ich habe mit normal begonnen, was auch herausfordernd genug ist, wie sich später oft genug gezeigt hat, wenn man XCOM zum ersten Mal spielt. Als Zusatzoption zum Schwierigkeitsgrad steht der Ironman-Modus zur Verfügung, in welchem man nicht beliebig speichern und laden kann. Eine interessante Option für spätere Spiele, die nur sehr schwer zu bewältigen sein dürfte, vor allem in Kombination mit den Stufen "klassisch" und "unmöglich". Das Tutorial selbst erklärt einem die Grundprinzipien der Steuerung und die damit verbundenen taktischen Grundlagen werden erläutert. Ebenso die Grundfunktionalitäten der Basis.
Die Basis:
----------
Im Gegensatz zum Original kann man übrigens nur eine richtige Basis bauen, zum Beispiel in Europa oder Asien, und ansonsten im Rest der Welt nur Satelliten zur Luftraumüberwachung einrichten und Abfangjäger stationieren. Dieses neue Konzept finde ich sinnvoller als das Alte, da auf diese Art ein stärkeres Heimatgefühl zum Stützpunkt ausgebaut wird und man sein Herzblut nur in diesen einen Stützpunkt und seine Mannschaft stecken muss, außerdem spart es unnötige Fleißarbeit.
Die eigene Basis ist komplett unterirdisch angelegt und besteht aus aneinandergrenzenden Kammern, die durch Schleusen bzw. einen Aufzug miteinander verbunden sind.
Die wichtigsten Orte im Stützpunkt sind das Forschungslabor, die Werkstatt, die Kaserne, das Lagezentrum, der Hangar und die Einsatzzentrale.
Ansonsten gibt es im Stützpunkt noch Unterstützungs-/Funktionseinrichtungen wie etwa Kraftwerke, Satellitenkontrollzentren usw. Mit dem Voranschreiten des Spieles kommen weitere Module hinzu.
Es stehen freie Slots für den Ausbau der Basis zur Verfügung. Man sollte sich aber sehr genau überlegen, welche Gebäude man wann baut und wo man sie hinbaut, denn nebeneinander gelegene Module (vertikal und horizontal) erhalten einen Bonus (arbeiten effizienter). Im Labor kann man, wie gewohnt, Alienartefakte erforschen und damit neue Bauoptionen für die Werkstatt freischalten. Die Werkstatt produziert diese Gegenstände dann. Mit der Gießerei erhält man im weiteren Spielverlauf dann zusätzlich die Möglichkeit die Ausrüstung etwas aufzubohren. Das Arsenal an Ausrüstung ist nebenbei bemerkt umfangreich, aber schmaler gehalten als im Original oder einigen Fanprojekten, vielleicht schafft später ein Addon Abhilfe. Kampfroboter sind übrigens hier mit von der Partie im späteren Spielverlauf und können über die Gießerei erforscht, gebaut und aufgewertet werden. In der Kaserne kann man seine Soldaten ansehen, ausrüsten und individualisieren. Diese Anpassung des Äußeren der Männer und Frauen hält sich allerdings in Grenzen, zumindest wenn man die etwas vollmundige Hervorhebung dieses Features durch die Entwickler als Maßstab nimmt. Neue Soldaten kann man nicht gezielt am Markt aussuchen hinsichtlich Fähigkeiten, Nationalität oder Einheitenklasse. Man bestellt einfach Rekruten und muss damit leben was man bekommt. Deutsche Soldaten kamen bei mir recht selten und erst spät, aber na gut, die benötigt man auch erst, wenn es hart wird, für das anfängliche Sektoidenabschlachten reichen auch die Amis allemal ;-) Die Einheitenklasse eines Soldaten (schwerer Grenadier, Scharfschütze, Sturmsoldat und Unterstützer) wird übrigens zufällig festgelegt, so bald der Soldat das erste Mal automatisch befördert wird durch Einsatzerfahrung. Das ist gewöhnungsbedürftig, denn so kann es passieren, das man nach den ersten Missionen plötzlich zwar 4 schwere Grenadiere hat, aber keinen einzigen Scharfschützen oder Unterstützer. Spezialwaffen wie Scharfschützengewehre, MG's, Panzerfäuste und Schrotflinten können übrigens nur von den entsprechenden Klassen benutzt werden.
In der Kaserne steht auch die Offiziersakademie zur Verfügung. Hier kann man gegen Bares die Einsatzstärke der Bodentrupps erhöhen und diverse andere Vorteile freischalten, wenn man Soldaten mit dem jeweils entsprechenden Rang vorweisen kann. Es gibt in der Kaserne auch ein Feature das ich sehr nett finde: so eine Art Gedenktafel für die Gefallenen, mit Rang Name, Spitzname, Einsatzzahl, Kills und mit dem Namen und dem Datum der letzten Mission, in der unser X-COM-Kamerad sein virtuelles Leben aushauchte. Diese Liste wird sehr schnell anwachsen, verlassen Sie sich drauf! ;-) Im Lagezentrum kann man sich einen Überblick verschaffen über die X-COM Finanzen, die lokale Zufriedenheit mit der X-COM, den Umfang der Satellitenüberwachung (Radarabdeckung) und man hat Zugang zu Sonderaufträgen des X-COM Rates (Gremium der Mitgliedsländer) und zum Schwarzmarkt. Auf selbigen kann man Alienartefakte, die nicht mehr zwingend benötigt werden, aber laufend erbeutet werden, verkaufen, was einen sehr wichtigen Nebenverdienst darstellt zu den laufenden Zahlungen der Unterstützerländer des Projektes. Auch können hier die in der Werkstatt gefertigten Satelliten stationiert werden, ein sehr wichtiges Feature: wenn man den Grad an Panik in den Unterstützerländern niedrig halten will, sollte man gerade am Anfang sehr darauf achten, die Satelliten auf die Kontinente zu verteilen (und dort Abfangjäger zu stationieren!), anstatt die Länder eines Kontinentes gleich zu Beginn komplett auszustatten. Lieber zuerst überall ein bisschen, als in einem Gebiet konzentriert.
Im Hangar kann man neue Abfangjäger kaufen (für die Hauptbasis und die Kontinente) und selbige ausrüsten. In der Einsatzzentrale besteht die Möglichkeit die Zeit schneller laufen zu lassen. Bei jeder Art von Ereignis unterbricht der Countdown automatisch.
Kampfeinsätze in der Luft:
--------------------------
Werden Ufos entdeckt, kann man, wie gewohnt Abfangjäger hinterher schicken. Aber Vorsicht: man hat pro Kontinent immer nur die Rotte zur Verfügung, die dort stationiert ist! Der Luftkampf selbst ist einfach gehalten. Man schaut dem Ufo und dem Abfangjäger beim feuern zu. Nimmt der Abfangjäger zu viel Schaden, befiehlt man ihm den Abbruch der Mission und schickt den nächsten los (gleichzeitig kann immer nur einer angreifen). Im Laufe der Zeit kommen dann noch, neben neuen, stärkeren Waffen, diverse Manöver dazu, die durch den Bau von bestimmten Verbrauchsgütern freigeschaltet werden können. Sie stehen zur Verfügung so lange genügend Vorräte an diesen Materialien vorhanden sind, ansonsten sind sie ausgegraut.
Kampfeinsätze am Boden:
-----------------------
Es gibt, wie gewohnt verschiedene Einsatztypen, wie etwa die Bergung von abgeschossenen bzw. die von gelandeten Ufo's. Letztere sind natürlich deutlich gefährlicher, da man mit mehr Aliens rechnen muss (durch den Luftkampf und den Absturz gehen natürlich immer ein paar von den "Viechern" drauf). Manchmal gilt es einen Spähtrupp der Aliens auszuschalten (ohne Ufo), VIP's zu retten oder Terroreinsätze der Aliens aufzuhalten. Man steuert die Soldaten des Trupps im Kampf aus der Vogelperspektive. Jeder Soldat hat grundsätzlich 2 Aktionen pro Zug zur Verfügung, in denen er entweder laufen oder feuern kann. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit diese Zeiteinheiten zu sparen und den Soldat auf Wache zu setzen, was bedeutet, das er reflexartig feuern kann, wenn die Aliens am Zug sind und in sein Sichtfeld kommen. Er kann per Kommando auch in Deckung bleiben.
Lesen Sie weiter... ›