Auch mit ihrem aktuellen Album "XVII" legen Zauner & Co. wieder eine schöne Platte hin. Trotzdem drängt sich immer wieder der Verdacht auf, dass die Band eigentlich hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Dabei sind gar nicht die Kompositionen oder die Texte das Problem. Da hat sich nicht viel geändert. Aber die Produktion, die Arrangements sind teilweise etwas zu billig geraten. Am schlimmsten hat es den Opener "Ich will Dich nie wieder verlier'n" erwischt. Dieser Song, den die Band bereits letztes Jahr live vorstellte, hätte eine richtige Comeback-Single werden können, leider setzte Zauner im Refrain auf billige Computersounds statt auf das rockige Gitarrenarrangement der Live-Gigs. Schade eigentlich! Aber von dieser Enttäuschung abgesehen ist das Album mehr als gelungen! Besonders erwähnenswert sind "Sorry", ein nachdenkliches Lied mit einem wunderbaren Gitarrensolo und "Wenn der Wind sich dreht", ein Ohrwurm, der auch gut aus 1986 stammen könnte, dem großen Jahr der Münchener Freiheit. Zwar rutscht die Band manchmal ("Bis ans Ende der Welt") gefährlich in Schlagernähe ab, aber selbst in solchen Momenten ist alles so professionell und melodisch, dass man niemals auf die Idee käme, Vergleiche mit den Flippers oder Petrys dieser Republik zu ziehen. Trotzdem: Man würde sich oft wünschen, dass die Band konsequenter rockt, denn sie können es ja eigentlich! Schaut man sich beispielsweise das Comeback von A-ha an, versteht man nicht, wieso die Münchener Freiheit nicht einfach mal mehr losrockt, mehr analoge Synthesizer und echtes Schlagzeug benutzt. Denn live beweisen sie immer wieder eindrucksvoll, dass sie eine Rockband sind und eben nicht die Schlagerweicheier, die viele in ihnen sehen!